Eugene Shoemaker

Verschränkte Atome im Innsbrucker Quantennetzwerk
  • Ein naher, möglicherweise lebensfreundlicher Exoplanet mit Erdmasse
  • Sauerstoff in der Hochatmosphäre der Erde
  • Schlüsseleigenschaften von Asteroiden und Kometen simulieren
  • Terahertz-Strahlung mit Spinwellen gekoppelt
  • Mehr Leistung für die Laserkommunikation im All
  • Neun neue und exotische Geschöpfe für den Pulsar-Zoo
  • Erstmals zwei Quantenpunkte gekoppelt
  • Elektronenpulse mit einer Dauer von nur 53 Attosekunden
  • Ein neuer Ansatz zur Lösung des Rätsels um die Dunkle Energie
  • Neues optisches Beschichtungssystem: Kein Beschlagen und unerwünschte Reflexionen mehr
  • James-Webb-Weltraumteleskop identifiziert Herkunft eisiger Bausteine des Lebens
  • Dieser physikalische Effekt gilt auch in der Quantenwelt
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  • Eugene Shoemaker am Stereomikroskop zur Entdeckung von Kleinplaneten
    Eugene-Shoemaker-Platz in Nördlingen am Rieskratermuseum
    Einschlagkrater „Shoemaker“ in Australien

    Eugene Merle Shoemaker (* 28. April 1928 in Los Angeles, USA; † 18. Juli 1997 bei Alice Springs, Australien), auch Gene Shoemaker, war ein US-amerikanischer Geologe, Impaktforscher und Astronom. Bekannt wurde er als Mitentdecker und Namensgeber des Kometen Shoemaker-Levy 9 (mit seiner Frau Carolyn Shoemaker und David H. Levy).

    Leben

    1950 nahm er im Alter von 22 Jahren eine Stelle beim Geologischen Dienst der USA an, mit dem er lebenslang verbunden blieb.[1]

    1960 konnte er in seiner Promotionsarbeit in Princeton schlüssig zeigen, dass der Barringer-Meteorkrater tatsächlich durch einen Meteoriteneinschlag entstanden ist. Zeitgleich konnte er, zusammen mit Edward C. T. Chao, nachweisen, dass auch das Nördlinger Ries durch einen Meteoriteneinschlag entstand.

    1961 gründete er das Astrogeologische Forschungsprogramm des United States Geological Survey und war auch dessen erster Direktor. Ferner war er an den Lunar-Ranger-Missionen sowie dem Training der amerikanischen Astronauten für das Apollo-Programm beteiligt. Shoemaker war sogar als erster Wissenschaftsastronaut für das Apollo-Programm vorgesehen und sollte zum Mond fliegen, aus gesundheitlichen Gründen kam es jedoch nicht dazu und er trainierte in Folge die Apollo-Crews. Im Juli 1969 war er Chefwissenschaftler der Apollo-11-Mission, mit der Neil Armstrong und Buzz Aldrin zum Mond gelangten.[2]

    Seine Karriere in der Astronomie begann 1973, als er am Palomar-Observatorium nach Asteroiden und Kometen zu suchen begann, die die Umlaufbahn der Erde kreuzen. Später wurde er dabei von seiner Frau Carolyn und David Levy unterstützt. Neben der Entdeckung des Kometen Shoemaker-Levy 9 konnte die Gruppe um Shoemaker noch die Entdeckung von rund 30 weiteren Kometen und von etwa 800 Asteroiden, darunter auch zahlreiche erdnahe Asteroiden, verbuchen. Er wurde 1980 in die National Academy of Sciences und 1993 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

    Eugene Shoemaker starb am Nachmittag des 18. Juli 1997, als sein Pick-up mit einem entgegenkommenden Fahrzeug frontal kollidierte. Shoemaker war mit seiner Frau auf der Tanami Road in der Tanamiwüste etwa 650 km nordwestlich von Alice Springs unterwegs. Auf der Schotterpiste wich er vor dem entgegenkommenden Fahrzeug nach rechts aus, wobei er den in Australien geltenden Linksverkehr nicht beachtete.[3] Seine Frau überlebte verletzt, vier weitere Insassen blieben unverletzt.[4]

    Ein paar Gramm seiner Asche wurde von der Raumsonde Lunar Prospector per 1999 erfolgtem Einschlag auf den Mond gebracht.[5] Als Behältnis diente eine Kapsel von der Größe eines Lippenstiftes, in die ein Vers aus William Shakespeares Romeo und Julia eingraviert war. Er war der erste und bisher einzige, dem dies zuteilwurde.[6][7]

    In Würdigung seiner Verdienste um die Impaktforschung wurde der ursprünglich als „Teague Ring“ bezeichnete Einschlagkrater in der Nähe von Wiluna, Westaustralien 1998 in „Shoemaker-Krater“ umbenannt.[8] Auch ein Mondkrater sowie (2074) Shoemaker, ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, sind nach Shoemaker benannt.

    Literatur

    • David H. Levy: Shoemaker by Levy: The Man Who Made an Impact. Princeton University Press, 2002, ISBN 0-691-11325-4

    Weblinks

    Commons: Eugene Merle Shoemaker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    1. Dirk Lorenzen: Vor 90 Jahren wurde Eugene Shoemaker geboren - Der Entdecker der Einschlagskrater. deutschlandfunk.de, 28. April 2018, abgerufen am 23. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).
    2. DER SPIEGEL: "Apollo 11": Erste bemannte Mondlandung enttäuschte Chefwissenschaftler - DER SPIEGEL - Wissenschaft. 5. Juli 2019, abgerufen am 23. Juni 2020.
    3. Buch: 99 Crashes: Prominente Unfallopfer Autor: Klaus Gietinger
    4. Kometen-Entdecker Shoemaker in Australien tödlich verunglückt. Trauriges Ende eines Forschungsurlaubs. In: Rhein-Zeitung. 21. Juli 1997, archiviert vom Original am 26. Juni 2020; abgerufen am 16. August 2021.
    5. Kosmos Verlag: Kosmos Himmelsjahr 2019 Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf. 1. Auflage. Stuttgart 2018, ISBN 978-3-440-15840-1. S. 133
    6. SWR2: Der wahre Mann im Mond: Eugene Shoemaker. (Nicht mehr online verfügbar.) swr.de, 21. Juli 2019, ehemals im Original; abgerufen am 23. Juni 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/www.swr.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
    7. Die erste Beerdigung auf dem Mond amp.welt.de, 2. August 1999, abgerufen 31. August 2021.
    8. Pirajno F. & Glikson A.Y. 1998. Shoemaker impact structure Western Australia (formerly Teague ring structure). Celestial Mechanics and Dynamical Astronomy 69, 25–30.

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