Überrest einer Nova: Beobachtung mit Göttinger Beteiligung bestätigt alte chinesische Messung

Überrest einer Nova: Beobachtung mit Göttinger Beteiligung bestätigt alte chinesische Messung



Physik-News vom 29.04.2019

Ein europäisches Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen hat zum ersten Mal die Überreste einer sogenannten Nova in einem galaktischen Kugelsternhaufen entdeckt. Bei einer Nova explodiert Wasserstoff an der Oberfläche eines Sterns, wodurch der Stern für einige Tage viel heller wird. Die Überreste bilden einen leuchtenden Nebel nahe des Zentrums des Kugelsternhaufens Messier 22, der nun mithilfe moderner Instrumente gefunden wurde. Die Ergebnisse werden in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics erscheinen.

„Die Position und Helligkeit des Überrests passen zu einem Eintrag aus dem Jahr 48 vor Christus in einer antiken Sammlung von Beobachtungen chinesischer Astronomen“, sagt Erstautor Fabian Göttgens vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen. Er ist Doktorand in der Arbeitsgruppe Stellare Astrophysik von Prof. Dreizler. „Die haben an derselben Stelle vermutlich die ursprüngliche Nova gesehen.“ Damit bestätigen die modernen Messungen eine der ältesten Beobachtungen eines Ereignisses außerhalb des Sonnensystems.


Nahe des Zentrums des Kugelsternhaufens Messier 22 entdeckte das Wissenschaftlerteam Überreste einer sogenannten Nova.

Publikation:


Fabian Göttgens et al.
Discovery of an old nova remnant in the Galactic globular cluster M 22
Astronomy & Astrophysics (2019).

DOI: 10.1051/0004-6361/201935221



Kugelsternhaufen sind große, kugelförmige Ansammlungen von mehreren Hunderttausenden sehr alter Sterne, die gemeinsam um ihre Heimatgalaxie kreisen. Um unsere Galaxie, die Milchstraße, kreisen etwa 150 Kugelsternhaufen. Messier 22 ist einer dieser Sternhaufen, er liegt im Sternbild Schütze in Richtung des Zentrums der Milchstraße. Er wurde zusammen mit zwei Dutzend anderen Kugelsternhaufen mit dem Instrument MUSE am Very Large Telescope der ESO in Chile beobachtet. Das MUSE-Instrument wurde unter Beteiligung des Instituts für Astrophysik, das dafür mit Mitteln aus der Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wurde, gebaut.


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Die gefundenen Überreste der Nova passen zu Beobachtungen chinesischer Wissenschaftler aus dem Jahr 48 vor Christus in einer antiken Sammlung (hier orange markiert).

Es fertigt nicht nur Bilder an, sondern es teilt das Sternenlicht gleichzeitig nach Farben auf, sodass es die Helligkeit von Sternen in Abhängigkeit von der Farbe misst. Damit eignet es sich besonders gut, um Nebel zu finden, die häufig nur in einer bestimmten Farbe – in der Regel rot – leuchten.

Die nun entdeckten Überreste der Nova bilden einen rot leuchtenden Nebel aus Wasserstoffgas und anderen Gasen, der einen Durchmesser von etwa dem 8000-fachen Abstand zwischen Erde und Sonne hat. Trotz dieser Größe ist der Nebel mit einer Masse von etwa 30 Erdmassen relativ leicht, da das Gas durch die Explosion auseinandergetrieben und verteilt wurde.


Diese Newsmeldung wurde via Informationsdienst Wissenschaft erstellt.

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