Neso (Mond)

Neptun XIII (Neso)
Vorläufige oder systematische Bezeichnung S/2002 N 4
Zentralkörper Neptun
Eigenschaften des Orbits
Große Halbachse 49.285.000 km
Periapsis 21.123.500 km
Apoapsis 77.446.500 km
Exzentrizität 0,5714
Bahnneigung zum Äquator des Zentralkörpers 147,87°
Bahnneigung zur Ekliptik 136,439°
Umlaufzeit 9740,73 d
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 0,35 km/s
Physikalische Eigenschaften
Albedo ≈ 0,16
Scheinbare Helligkeit 25,6 mag
Mittlerer Durchmesser ≈ 60 km
Masse ≈ 1,6485 · 1017 kg
Mittlere Dichte ≈ 1,5 g/cm³
Fallbeschleunigung an der Oberfläche ≈ 0,010 m/s²
Entdeckung
Entdecker

Matthew J. Holman et al.

Datum der Entdeckung 14. August 2002
Anmerkungen größte und längste Umlaufbahn eines natürlichen Satelliten im Sonnensystem

Neso (auch Neptun XIII) ist der äußerste der bekannten Monde des Planeten Neptun. Er zählt zu Neptuns äußeren retrograden irregulären Monden. Er besitzt die weiteste Entfernung zum Zentralkörper und die längste Umlaufbahn eines Planetenmondes im Sonnensystem.

Entdeckung und Benennung

Neso wurde am 14. August 2002 durch ein Team bestehend aus Matthew J. Holman, John J. Kavelaars, Tommy Grav, Brett J. Gladman, Wesley C. Fraser, Dan Milisavljevic, Philip D. Nicholson, Joseph A. Burns, Valerio Carruba, Jean-Marc Petit, Philippe Rousselot, Oliver Mousis, Brian G. Marsden und Robert A. Jacobson auf Aufnahmen vom 14. August 2002 bis zum 30. September 2003 entdeckt. Die Aufnahmen wurden durch das 4,0-Meter-Blanco-Teleskop am Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile angefertigt. Mehrere Aufnahmen wurden digital kombiniert, bis der Mond im Gegensatz zu den strichförmigen Sternen punktförmig erschien. Der Mond ging noch vor der Bahnbestimmung zunächst wieder verloren, bis er im August 2003 von demselben Team wiedergefunden wurde. Die Entdeckung wurde am 30. September 2003 bekannt gegeben; der Mond erhielt zunächst die vorläufige Bezeichnung S/2002 N 4.

Am 3. Februar 2007 wurde der Mond dann nach Neso (griechisch für „Insel“), einer der etwa 50 Nereiden Meeresnymphen aus der griechischen Mythologie, benannt. Sie sind die schönen Töchter des weisen Greises Nereus, dem Prophetie und ständige Verwandlung nachgesagt wurden, und seiner Gemahlin, der Okeanide Doris.

Bahneigenschaften

Einordnung in die irregulären Monde

Neso umkreist Neptun auf einer retrograden, hochgradig elliptischen Bahn zwischen 21.123.500 und 77.446.500 km Abstand zu dessen Zentrum (große Bahnhalbachse 49.285.000 km beziehungsweise 1.990,187 Neptunradien). Die Bahnexzentrizität beträgt 0,5714 (die zweithöchste im Neptunsystem), die Bahn ist 147,87° gegenüber dem Äquator des Neptuns geneigt. Es ist anzunehmen, dass diese Parameter aufgrund von Bahnstörungen durch die Sonne variabel sind, da die Exzentrizität auch mit 0,495 und 0,6221734, die Bahnneigung (gegenüber der Ekliptik) mit 132,6 und 140,66691° und die große Bahnhalbachse zwischen 48,387 und 49,190 Millionen km angegeben wird.

Der Mond weist die größte bekannte Umlaufbahn – unabhängig davon, ob man in Kilometer oder in Planetenradien misst – und die längste Umlaufzeit eines Mondes im Sonnensystem auf; Nesos mittlere Distanz zum Neptun entspricht beinahe der Entfernung des Planeten Merkur zur Sonne, in ihrem Aphel, der maximalen Entfernung zum Zentralkörper, übertrifft sie diesen Planeten sogar deutlich.

Da die beiden äußersten retrograden Monde Psamathe – die im Mittel etwa 2.590.000 km von Nesos Orbit entfernt ist – und Neso aufgrund der ähnlichen Inklinationen und der großen Halbachsen eine Gruppe bilden, wird diese nach dem erstentdeckten Mond Neso-Gruppe genannt. Sie entstand wahrscheinlich aus einem einzigen Asteroiden, der von Neptun eingefangen wurde und zerbrach. Die Umlaufbahnen dieser beiden Monde sind nahe am äußersten theoretischen stabilen Abstand zu Neptun für Körper mit retrograder Umlaufbahn. Die gravitative Einflusszone eines Planeten wird definiert durch seine Hill-Sphäre, die bei Neptun etwa 116.000.000 km beträgt; dies ist die größte aller Körper im Sonnensystem. Man nimmt an, dass Satelliten bis in 67 % (entsprechend 76.300.000 km) dieses Bereiches stabil sind.

Neso umläuft Neptun in 9740 Tagen, 17 Stunden und 31 Minuten, das sind fast 27 Erdjahre. Der Mond benötigt für seinen Umlauf mehr als doppelt so viel Zeit wie Jupiter für einen Umlauf um die Sonne und beinahe ein Saturnjahr. Für die Umlaufzeit existieren ebenfalls abweichende Angaben zwischen 9374 und 9595,61 Tagen.

Physikalische Eigenschaften

Das Rückstrahlvermögen wird auf 16 %. geschätzt. Damit wäre die Oberfläche relativ dunkel. Daraus ergibt sich für Neso ein Durchmesser von ca. 60 km. Die Dichte wird auf 1,5 g/cm3 geschätzt. Damit dürfte der Mond zum überwiegenden Teil aus Wassereis zusammengesetzt sein.

Erforschung

Aufgrund der großen Distanz zu Neptun und der schwachen Helligkeit von 25,6 mag, die 1:12.200.000 gegenüber dem Zentralplaneten beträgt, wurde Neso beim Vorbeiflug von Voyager 2 1989 nicht gefunden. Seit der Entdeckung 2002 konnte Neso nur durch erdgebundene Teleskope beobachtet werden, damit konnten jedoch ihre Bahnelemente und ihre Helligkeit bestimmt werden.

Weblinks

Die News der letzten Tage

25.09.2022
Kometen_und_Asteroiden | Sonnensysteme
Untersucht: Bodenproben des Asteroiden Ryugu
Ein internationales Forschungsteam hat Bodenproben untersucht, die die japanische Raumsonde Hayabusa-2 auf dem Asteroiden Ryugu einsammelte.
22.09.2022
Milchstraße | Schwarze Löcher
Eine heiße Gasblase, die um das schwarze Loch der Milchstraße schwirrt
Mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) haben Astronomen Anzeichen für einen „heißen Fleck“ entdeckt, der Sagittarius A*, das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie, umkreist.
22.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik | Teilchenphysik
Kernstück für einen skalierbaren Quantencomputer
Millionen von Quantenbits sind nötig, damit Quantencomputer sich in der Praxis als nützlich erweisen, die sogenannte Skalierbarkeit gilt als eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung.
22.09.2022
Optik | Quantenoptik
Zwischen Erfurt und Jena: Erstmals erfolgreich Quantenschlüssel via Glasfaser ausgetauscht
Das ist ein Meilenstein für die Erforschung der hochsicheren Quantenkommunikation in Thüringen und Deutschland.
22.09.2022
Festkörperphysik | Thermodynamik
Molekülschwingungen schärfer denn je messbar!
Mit Rastertunnelmikroskopen lassen sich zwar einzelne Moleküle abbilden, ihre Schwingungen waren damit bisher aber nur schwer detektierbar.
20.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik
Neue Quantenmaterialien am Computer entworfen
Eine neues Designprinzip kann nun die Eigenschaften von bisher kaum erforschbaren Quantenmaterialien vorhersagen.
19.09.2022
Sterne
Stern-Kindheit prägt stellare Entwicklung
In klassischen Modellen zur Sternentwicklung wurde bis heute der frühen Evolution der Sterne wenig Bedeutung zugemessen.