Luminophor

Ein Luminophor (lateinisch lumen ‚Licht‘, altgriechisch φορός phorós ‚tragend‘) ist ein Stoff, der Licht emittiert, nachdem er zuvor mit kurzwelligerem Licht, durch ionisierende Strahlung oder chemisch angeregt wurde. Das Phänomen beruht auf Phosphoreszenz, Fluoreszenz oder Chemolumineszenz.

Für Luminophore, die Fluoreszenz zeigen, gibt es vielfältige Anwendungsgebiete, z. B. in Leuchtstoffröhren oder für medizinische Zwecke. Durch Phosphoreszenz längere Zeit nachleuchtende Luminophore werden unter anderem bei der Herstellung von Sicherheitsschildern (z. B. „Fluchtweg“), Zifferblättern und Dekorationen verwendet.

Früher wurden in Uhren oder Anzeigegeräten von Flugzeugen noch häufig dauerleuchtende Gemische aus radioaktiven Stoffen und fluoreszierenden Luminophoren verwendet. Aufgrund der damit verbundenen Gesundheitsgefahren findet man diese heute nur noch selten.

Auch eine chemische Verbindung wie z. B. Luminol oder Luciferin ist ein Luminophor, wenn sie bei einer bestimmten Reaktion Strahlung im sichtbaren Bereich emittiert. Meistens handelt es sich dabei um eine Oxidation mit Sauerstoff oder Wasserstoffperoxid, mit dem das Luminophor zu einem angeregten Produkt reagiert. Dieses kann anschließend Licht emittieren. In diesem Fall spricht man auch von Chemolumineszenz.[1]

Einzelnachweise

  1. S. Albrecht, H. Brandl, W. Adam: Chemilumineszenz-Reaktionen. In: Chemie in unserer Zeit. 24. Jahrg. 1990, Nr. 5, S. 230.

Siehe auch

Lumineszenz

Die News der letzten Tage

25.09.2022
Kometen_und_Asteroiden | Sonnensysteme
Untersucht: Bodenproben des Asteroiden Ryugu
Ein internationales Forschungsteam hat Bodenproben untersucht, die die japanische Raumsonde Hayabusa-2 auf dem Asteroiden Ryugu einsammelte.
22.09.2022
Milchstraße | Schwarze Löcher
Eine heiße Gasblase, die um das schwarze Loch der Milchstraße schwirrt
Mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) haben Astronomen Anzeichen für einen „heißen Fleck“ entdeckt, der Sagittarius A*, das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie, umkreist.
22.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik | Teilchenphysik
Kernstück für einen skalierbaren Quantencomputer
Millionen von Quantenbits sind nötig, damit Quantencomputer sich in der Praxis als nützlich erweisen, die sogenannte Skalierbarkeit gilt als eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung.
22.09.2022
Optik | Quantenoptik
Zwischen Erfurt und Jena: Erstmals erfolgreich Quantenschlüssel via Glasfaser ausgetauscht
Das ist ein Meilenstein für die Erforschung der hochsicheren Quantenkommunikation in Thüringen und Deutschland.
22.09.2022
Festkörperphysik | Thermodynamik
Molekülschwingungen schärfer denn je messbar!
Mit Rastertunnelmikroskopen lassen sich zwar einzelne Moleküle abbilden, ihre Schwingungen waren damit bisher aber nur schwer detektierbar.
20.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik
Neue Quantenmaterialien am Computer entworfen
Eine neues Designprinzip kann nun die Eigenschaften von bisher kaum erforschbaren Quantenmaterialien vorhersagen.
19.09.2022
Sterne
Stern-Kindheit prägt stellare Entwicklung
In klassischen Modellen zur Sternentwicklung wurde bis heute der frühen Evolution der Sterne wenig Bedeutung zugemessen.