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'''Stefan Walter Hell''' (* [[23. Dezember]] [[1962]] in [[Arad (Rumänien)|Arad]], [[Volksrepublik Rumänien]]) ist ein [[Rumäniendeutsche|rumäniendeutscher]] [[Physiker]] und [[Hochschullehrer]]. Er ist Direktor am [[Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie]] in [[Göttingen]]. 2014 wurde ihm zusammen mit [[Eric Betzig]] und [[William Moerner]] der [[Nobelpreis für Chemie]] verliehen.
'''Stefan Walter Hell''' (* [[23. Dezember]] [[1962]] in [[Arad (Rumänien)|Arad]], [[Volksrepublik Rumänien]]) ist ein [[rumäniendeutsche]]r [[Physiker]] und [[Hochschullehrer]]. Er ist Direktor am [[Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie]] in [[Göttingen]]. Er ist bekannt für die Entwicklung hochauflösender optischer Mikroskope jenseits der Beugungsgrenze ([[STED-Mikroskop]]). 2014 wurde ihm zusammen mit [[Eric Betzig]] und [[William Moerner]] der [[Nobelpreis für Chemie]] verliehen.


== Leben und Wirken ==
== Leben und Wirken ==
Stefan Hell entstammt einer Familie [[Banater Schwaben]]<ref>Christopher Schrader: [http://www.sueddeutsche.de/wissen/interview-mit-nobelpreistraeger-stefan-hell-das-feld-hat-sich-stuermisch-entwickelt-1.2164977 ''Das Feld hat sich stürmisch entwickelt.''] sueddeutsche.de, 8. Oktober 2014, abgerufen am 8. Oktober 2014.</ref> aus dem zwanzig Kilometer von Arad entfernten Dorf [[Sântana]] ({{deS|''Sanktanna''}}),<ref>[http://www.adz.ro/artikel/artikel/noch-ein-guter-tag-fuer-das-banat/ adz.ro], [[Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien|ADZ]], [[Werner Kremm]]: ''Noch ein guter Tag für das Banat. Dem aus Sanktanna stammenden Stefan W. Hell wurde der Nobelpreis für Chemie zugesprochen''.</ref> wo er die deutsche Schule besuchte.<ref>[http://www.adz.ro/inland/artikel-inland/artikel/banater-schwabe-erhaelt-nobelpreis-fuer-chemie/ adz.ro], [[Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien|ADZ]], ''Banater Schwabe erhält Nobelpreis für Chemie''</ref> Von 1977 bis 1978 war er Schüler des [[Nikolaus-Lenau-Lyzeum]]s in [[Timișoara]], bevor seine Familie 1978 mit ihm in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelte und er am [[Carl-Bosch-Gymnasium]] in [[Ludwigshafen am Rhein]] das Abitur ablegte.<ref>{{cite web|url=http://adevarul.ro/locale/timisoara/exclusiv-stefan-whell-castigatorul-nobelului-chimie-fost-elev-liceul-nikolaus-lenau-timisoara-1_54351d5e0d133766a8c39e0e/index.html#|title=EXCLUSIV Stefan W.Hell, al doilea elev de la Liceul „Nikolaus Lenau“ din Timişoara care a câştigat un Nobel |language=rumänisch|publisher=Adevarul|date=2014-10-08|accessdate=2014-10-08}}.</ref>
Stefan Hell entstammt einer Familie [[Banater Schwaben]]<ref>Christopher Schrader: [http://www.sueddeutsche.de/wissen/interview-mit-nobelpreistraeger-stefan-hell-das-feld-hat-sich-stuermisch-entwickelt-1.2164977 ''Das Feld hat sich stürmisch entwickelt.''] sueddeutsche.de, 8. Oktober 2014, abgerufen am 8. Oktober 2014.</ref> aus dem zwanzig Kilometer von Arad entfernten Dorf [[Sântana]] ({{deS|''Sanktanna''}}),<ref>[http://www.adz.ro/artikel/artikel/noch-ein-guter-tag-fuer-das-banat/ adz.ro], [[Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien|ADZ]], [[Werner Kremm]]: ''Noch ein guter Tag für das Banat. Dem aus Sanktanna stammenden Stefan W. Hell wurde der Nobelpreis für Chemie zugesprochen''.</ref> wo er die deutsche Schule besuchte.<ref>[http://www.adz.ro/inland/artikel-inland/artikel/banater-schwabe-erhaelt-nobelpreis-fuer-chemie/ adz.ro], [[Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien|ADZ]], ''Banater Schwabe erhält Nobelpreis für Chemie''</ref> Von 1977 bis 1978 war er Schüler des [[Nikolaus-Lenau-Lyzeum]]s in [[Timișoara]], bevor seine Familie 1978 mit ihm in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelte und er am [[Carl-Bosch-Gymnasium]] in [[Ludwigshafen am Rhein]] das Abitur ablegte.<ref>{{cite web|url=http://adevarul.ro/locale/timisoara/exclusiv-stefan-whell-castigatorul-nobelului-chimie-fost-elev-liceul-nikolaus-lenau-timisoara-1_54351d5e0d133766a8c39e0e/index.html#|title=EXCLUSIV Stefan W.Hell, al doilea elev de la Liceul „Nikolaus Lenau“ din Timişoara care a câştigat un Nobel |language=rumänisch|publisher=[[Adevărul]]|date=2014-10-08|accessdate=2014-10-08}}</ref>


Hell studierte ab 1981 Physik an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Universität Heidelberg]]. Er war von 1984 bis 1990 Stipendiat der [[Konrad-Adenauer-Stiftung]]. Nach dem Diplom-Examen 1987  nahm er bei [[Siegfried Hunklinger]] die Arbeiten zu seinem  [[Dissertation]]sthema ''Abbildung transparenter Mikrostrukturen im [[Konfokalmikroskop|konfokalen Mikroskop]]'' auf, die er 1990 mit der [[Promotion (Doktor)|Promotion]] abschloss. Danach war er kurzzeitig als freier [[Erfinder]] tätig.<ref name="zukunftspreis">[http://www.deutscher-zukunftspreis.de/de/nominierte/2006/team-1 Lebenslauf].</ref> In dieser Zeit beschäftigte er sich mit Möglichkeiten, [[Lichtmikroskop]]e zu konstruieren, die eine höhere [[Auflösung (Physik)|Auflösung]] ermöglichen als die bis dahin entwickelten, und legte die Grundlage für die [[4Pi-Mikroskop]]ie.
Hell studierte ab 1981 Physik an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Universität Heidelberg]]. Er war von 1984 bis 1990 Stipendiat der [[Konrad-Adenauer-Stiftung]]. Nach dem Diplom-Examen 1987  nahm er bei [[Siegfried Hunklinger]] die Arbeiten zu seinem  [[Dissertation]]sthema ''Abbildung transparenter Mikrostrukturen im [[Konfokalmikroskop|konfokalen Mikroskop]]'' auf, die er 1990 mit der [[Promotion (Doktor)|Promotion]] abschloss. Danach war er kurzzeitig als freier [[Erfinder]] tätig.<ref name="zukunftspreis">[http://www.deutscher-zukunftspreis.de/de/nominierte/2006/team-1 Lebenslauf].</ref> In dieser Zeit beschäftigte er sich mit Möglichkeiten, [[Lichtmikroskop]]e zu konstruieren, die eine höhere [[Auflösung (Physik)|Auflösung]] ermöglichen als die bis dahin entwickelten, und legte die Grundlage für die [[4Pi-Mikroskop]]ie.
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Von 1991 bis 1993 arbeitete Hell im Heidelberger Hauptlabor des [[European Molecular Biology Laboratory]].<ref name="homepage">[http://www.mpibpc.gwdg.de/groups/hell/personals/shell.html Homepage] auf der Website des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie.</ref> Es gelang ihm hier, das Prinzip der 4Pi-Mikroskopie praktisch zu demonstrieren und die Tiefenauflösung wesentlich zu verbessern.
Von 1991 bis 1993 arbeitete Hell im Heidelberger Hauptlabor des [[European Molecular Biology Laboratory]].<ref name="homepage">[http://www.mpibpc.gwdg.de/groups/hell/personals/shell.html Homepage] auf der Website des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie.</ref> Es gelang ihm hier, das Prinzip der 4Pi-Mikroskopie praktisch zu demonstrieren und die Tiefenauflösung wesentlich zu verbessern.


Hell war anschließend ab 1993 als Gruppenleiter an der [[Universität Turku]] in [[Finnland]] angestellt, und zwar in der Abteilung für Medizinische Physik,<ref name="zukunftspreis" /> wo er das Prinzip der [[STED-Mikroskop]]ie (STED: Stimulated Emission Depletion) entwickelte.<ref>[http://www.mpibpc.mpg.de/groups/pr/PR/2006/06_20/ Pressemitteilung] Zukunftspreis, Juni 2006.</ref> Parallel dazu verbrachte er 1993 bis 1994 insgesamt sechs Monate an der [[Universität Oxford]] als Gastwissenschaftler im Bereich Ingenieurwissenschaften.<ref name="zukunftspreis" /> Seine [[Habilitation]] für Physik erfolgte 1996 wiederum in Heidelberg. Im darauf folgenden Jahr wurde er Leiter einer Nachwuchsgruppe am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, die im Bereich optische Mikroskopie forschte.<ref name="homepage" /> Um das Jahr 2000 gelang es der Gruppe, die Theorien von Hell und Wichmann experimentell zu bestätigen.<ref>{{Literatur |Autor=Thomas. A. Klar, Stefan W. Hell |Titel=Subdiffraction resolution in far-field fluorescence microscopy |Sammelwerk=Optics Letters |Band=Vol. 24 |Nummer=14 |Datum=1999 |Seiten=954–956 |DOI=10.1364/OL.24.000954}}</ref><ref>[http://www.pnas.org/content/97/15/8206.full Fluorescence microscopy with diffraction resolution barrier broken by stimulated emission], T. A. Klar, S. Jakobs, M. Dyba, A. Egner, and S. W. Hell, Proc. Natl. Acad. Sci. USA (PNAS), 97, 8206-8210 (2000).</ref>
Hell war anschließend ab 1993 als Gruppenleiter an der [[Universität Turku]] in [[Finnland]] angestellt, und zwar in der Abteilung für Medizinische Physik,<ref name="zukunftspreis" /> wo er das Prinzip der [[STED-Mikroskop]]ie (STED: Stimulated Emission Depletion) entwickelte.<ref>{{Webarchiv|url=http://www.mpibpc.mpg.de/groups/pr/PR/2006/06_20/ |wayback=20120204165523 |text=Pressemitteilung }} Zukunftspreis, Juni 2006.</ref> Parallel dazu verbrachte er 1993 bis 1994 insgesamt sechs Monate an der [[Universität Oxford]] als Gastwissenschaftler im Bereich Ingenieurwissenschaften.<ref name="zukunftspreis" /> Seine [[Habilitation]] für Physik erfolgte 1996 wiederum in Heidelberg. Im darauf folgenden Jahr wurde er Leiter einer Nachwuchsgruppe am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, die im Bereich optische Mikroskopie forschte.<ref name="homepage" /> Um das Jahr 2000 gelang es der Gruppe, die Theorien von Hell und Wichmann<ref>{{Literatur |Autor=Stefan W. Hell, Jan Wichmann |Titel=Breaking the diffraction resolution limit by stimulated emission: stimulated-emission-depletion fluorescence microscopy  |Sammelwerk=Optics Letters |Band=19 |Nummer=11 |Datum=1994 |Seiten=780–782 |DOI=10.1364/OL.19.000780}}</ref> experimentell zu bestätigen.<ref>{{Literatur |Autor=Thomas. A. Klar, Stefan W. Hell |Titel=Subdiffraction resolution in far-field fluorescence microscopy |Sammelwerk=Optics Letters |Band=24 |Nummer=14 |Datum=1999 |Seiten=954–956 |DOI=10.1364/OL.24.000954}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Thomas A. Klar, Stefan Jakobs, Marcus Dyba, Alexander Egner, Stefan W. Hell |Titel=Fluorescence microscopy with diffraction resolution barrier broken by stimulated emission |Sammelwerk=[[Proceedings of the National Academy of Sciences]] |Band=97 |Nummer=15 |Datum=2000 |Seiten=8206–8210 |DOI=10.1073/pnas.97.15.8206 |PMID=10899992 |Kommentar=freier Volltext}}</ref>


Am 15. Oktober 2002 wurde Hell zum Direktor am Institut ernannt.<ref>[http://www.mpibpc.gwdg.de/groups/hell/other_publications/Helleinzeln.pdf Werdegang] (PDF; 50&nbsp;kB) von Stefan Hell.</ref> Neben seiner Tätigkeit in Göttingen wurde er 2003 als außerplanmäßiger Professor an die Universität Heidelberg berufen und wurde zudem Leiter der Abteilung „Hochauflösende Optische Mikroskopie“ am [[Deutsches Krebsforschungszentrum|Deutschen Krebsforschungszentrum]]. 2004 wurde er zusätzlich zum Honorarprofessor für [[Experimentalphysik]] der [[Universität Göttingen]] ernannt.
Am 15. Oktober 2002 wurde Hell zum Direktor am Institut ernannt.<ref>[http://www.mpibpc.gwdg.de/groups/hell/other_publications/Helleinzeln.pdf Werdegang] (PDF; 50&nbsp;kB) von Stefan Hell.</ref> Neben seiner Tätigkeit in Göttingen wurde er 2003 als außerplanmäßiger Professor an die Universität Heidelberg berufen und wurde zudem Leiter der Abteilung „Hochauflösende Optische Mikroskopie“ am [[Deutsches Krebsforschungszentrum|Deutschen Krebsforschungszentrum]]. 2004 wurde er zusätzlich zum Honorarprofessor für [[Experimentalphysik]] der [[Universität Göttingen]] ernannt.
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Hell ist Mitglied des Exzellenzclusters CellNetworks, seine Arbeitsgruppe forscht im ''BioQuant-Zentrum '' der Universität Heidelberg.
Hell ist Mitglied des Exzellenzclusters CellNetworks, seine Arbeitsgruppe forscht im ''BioQuant-Zentrum '' der Universität Heidelberg.
2017 wurde Hell zum Honorarprofessor mit korporationsrechtlicher Stellung an der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg bestellt.<ref>Rhein-Neckar-Zeitung vom 16. Juni 2017, Seite 21 (Universitas - Uni-Info - Ehrungen - Ernennungen)</ref>
2017 wurde Hell zum Honorarprofessor mit korporationsrechtlicher Stellung an der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg bestellt.<ref>Rhein-Neckar-Zeitung vom 16. Juni 2017, Seite 21 (Universitas Uni-Info Ehrungen Ernennungen)</ref>
 
Hell ist verheiratet und hat zwei Söhne und eine Tochter.


== Auszeichnungen (Auswahl) ==
== Auszeichnungen (Auswahl) ==
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* 2008: [[Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis]]<ref name="preise" />
* 2008: [[Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis]]<ref name="preise" />
* 2008: [[Niedersächsischer Staatspreis]]
* 2008: [[Niedersächsischer Staatspreis]]
* 2008: Nominierung für [[European Inventor of the Year]] des [[Europäisches Patentamt|Europäischen Patentamtes]]<ref>[http://www.goettinger-tageblatt.de/newsroom/wissen/dezentral/wissenlokal/art4263,569218 Göttinger Tageblatt, 11. April 2008 ''Hell für Innovationspreis nominiert'']</ref>
* 2008: Nominierung für [[European Inventor of the Year]] des [[Europäisches Patentamt|Europäischen Patentamtes]]<ref>{{Internetquelle |url=https://idw-online.de/de/news254943 |hrsg=[[Informationsdienst Wissenschaft]] |titel=Nominierung für Europas wichtigsten Innovationspreis – Stefan Hell überzeugt mit der Überwindung althergebrachter Paradigmen in der Lichtmikroskopie |titelerg=Pressemitteilung |autor=Carmen Rotte |werk=idw-online.de |datum=2008-04-11 |zugriff=2017-12-10}}</ref>
* 2008: ''Methode des Jahres 2008'' der Zeitschrift ''[[Nature Methods]]''<ref>[http://idw-online.de/pages/de/news294753 Stefan Hell als Wegbereiter der Methode des Jahres geehrt], Informationsdienst Wissenschaft, 19. Dezember 2008.</ref>
* 2008: ''Methode des Jahres 2008'' der Zeitschrift ''[[Nature Methods]]''<ref>[http://idw-online.de/pages/de/news294753 Stefan Hell als Wegbereiter der Methode des Jahres geehrt], Informationsdienst Wissenschaft, 19. Dezember 2008.</ref>
* 2009: [[Otto-Hahn-Preis]] für die Entwicklung neuer mikroskopischer Verfahren, die die bisherige Auflösungsgrenze überwunden haben.<ref name="preise">[http://www.mpibpc.mpg.de/groups/hell/awards.html Auszeichnungen] von Stefan Hell</ref>
* 2009: [[Otto-Hahn-Preis]] für die Entwicklung neuer mikroskopischer Verfahren, die die bisherige Auflösungsgrenze überwunden haben.<ref name="preise">[http://www.mpibpc.mpg.de/groups/hell/awards.html Auszeichnungen] von Stefan Hell</ref>
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* 2010: [[Ernst-Hellmut-Vits-Preis]]<ref>[http://idw-online.de/pages/de/news395488 ''Vits-Preis für Prof. Dr. Stefan W. Hell''], Presseinformation der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vom 8. November 2010.</ref>
* 2010: [[Ernst-Hellmut-Vits-Preis]]<ref>[http://idw-online.de/pages/de/news395488 ''Vits-Preis für Prof. Dr. Stefan W. Hell''], Presseinformation der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vom 8. November 2010.</ref>
* 2011: [[Familie-Hansen-Preis]]<ref>[http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2010/dkfz_pm_10_59-Familie-Hansen-Preis-2011-geht-an-Stefan-Hell.php ''Familie-Hansen-Preis geht an Prof. Dr. Stefan W. Hell''], Pressemitteilung Nr. 60, 2. November 2010.</ref>
* 2011: [[Familie-Hansen-Preis]]<ref>[http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2010/dkfz_pm_10_59-Familie-Hansen-Preis-2011-geht-an-Stefan-Hell.php ''Familie-Hansen-Preis geht an Prof. Dr. Stefan W. Hell''], Pressemitteilung Nr. 60, 2. November 2010.</ref>
* 2011: [[Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft]]<ref>[http://www.koerber-stiftung.de/wissenschaft/koerber-preis-fuer-die-europaeische-wissenschaft/bisherige-preistraeger/2011.html ''Stefan Hell – Körber-Preisträger 2011''].</ref>
* 2011: [[Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft]]<ref>{{Webarchiv|url=http://www.koerber-stiftung.de/wissenschaft/koerber-preis-fuer-die-europaeische-wissenschaft/bisherige-preistraeger/2011.html |wayback=20141015061805 |text=''Stefan Hell – Körber-Preisträger 2011'' }}.</ref>
* 2011: [[Meyenburg-Preis]]<ref>[http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2011/dkfz_pm_11_61.php Von der Mikroskopie zur Nanoskopie: Meyenburg-Preis 2011 geht an Stefan Hell] beim [[DKFZ]]; abgerufen am 17. November 2011.</ref>
* 2011: [[Meyenburg-Preis]]<ref>[http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2011/dkfz_pm_11_61.php Von der Mikroskopie zur Nanoskopie: Meyenburg-Preis 2011 geht an Stefan Hell] beim [[DKFZ]]; abgerufen am 17. November 2011.</ref>
* 2011: Göteborg Lise Meitner Preis 2010/2011 der Chalmers Universität<ref>[http://www.chalmers.se/fc/SV/fysiknytt/lise-meitner-priset/gothenburg-lise-meitner Artikel] über den Göteborg Lise Meitner Preis.</ref>
* 2011: Göteborg Lise Meitner Preis 2010/2011 der Chalmers Universität<ref>{{Internetquelle |url=https://www.chalmers.se/en/centres/gpc/activities/lisemeitner/Pages/201011-Stefan-W--Hell.aspx |hrsg=University of Gothenburg |titel=2010/11 Stefan W. Hell |werk=chalmers.se |sprache=en |zugriff=2017-12-10}}</ref>
* 2012: Wissenschaftspreis der [[Fritz-Behrens-Stiftung]]<ref>[http://idw-online.de/pages/de/news502113 Wissenschaftspreis 2012 der Fritz Behrens-Stiftung geht an Stefan Hell] beim [[Informationsdienst Wissenschaft]] (idw-online); abgerufen am 17. Oktober 2012.</ref>
* 2012: Wissenschaftspreis der [[Fritz-Behrens-Stiftung]]<ref>[http://idw-online.de/pages/de/news502113 Wissenschaftspreis 2012 der Fritz Behrens-Stiftung geht an Stefan Hell] beim [[Informationsdienst Wissenschaft]] (idw-online); abgerufen am 17. Oktober 2012.</ref>
* 2012: Ehrenmitglied der [[Rumänische Akademie|Rumänischen Akademie]]<ref>[http://www.mpibpc.mpg.de/9545125/pr_1221 Wissenschaftspreis 2012 für Stefan Hell], Pressemitteilung des Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.</ref>
* 2012: Ehrenmitglied der [[Rumänische Akademie|Rumänischen Akademie]]<ref>[http://www.mpibpc.mpg.de/9545125/pr_1221 Wissenschaftspreis 2012 für Stefan Hell], Pressemitteilung des Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.</ref>
* 2013: [[Carus-Medaille]]
* 2013: [[Carus-Medaille]]
*2013: [[Paul-Karrer-Medaille]]
* 2013: [[Paul-Karrer-Medaille]]
* 2014: [[Kavli-Preis]] in Nanowissenschaften<ref>{{Internetquelle |url=http://www.mpibpc.mpg.de/14514307/pr_1411 |titel=Stefan Hell erhält Kavli-Preis für Nanowissenschaften |datum=2014-05-29 |hrsg=Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (Pressemitteilung) |zugriff=2014-06-06}}.</ref>
* 2014: [[Kavli-Preis]] in Nanowissenschaften<ref>{{Internetquelle |url=http://www.mpibpc.mpg.de/14514307/pr_1411 |titel=Stefan Hell erhält Kavli-Preis für Nanowissenschaften |datum=2014-05-29 |hrsg=Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (Pressemitteilung) |zugriff=2014-06-06}}</ref>
* 2014: [[Nobelpreis für Chemie]] zusammen mit Eric Betzig und William E. Moerner „for the development of super-resolved fluorescence microscopy“.<ref>[http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2014/ The Nobel Prize in Chemistry 2014].</ref>
* 2014: [[Nobelpreis für Chemie]] zusammen mit Eric Betzig und William E. Moerner „for the development of super-resolved fluorescence microscopy“.<ref>[http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2014/ The Nobel Prize in Chemistry 2014].</ref>
* 2015: Ehrenmitgliedschaft in der [[Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie|Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie]]
* 2015: Ehrenmitgliedschaft in der [[Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie|Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie]]
* 2015: [[Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg]]
* 2015: [[Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg]]
* 2015: Großes [[Bundesverdienstkreuz]] mit Stern
* 2015: [[Glenn T. Seaborg Medal]]
* 2015: [[Glenn T. Seaborg Medal]]
* 2015: Mitglied der [[Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften|Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften]]
* 2015: Mitglied der [[Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften|Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften]]
* 2015: Großkreuz des [[Stern von Rumänien|Sterns von Rumänien]]
* 2015: Großkreuz des [[Stern von Rumänien|Sterns von Rumänien]]
* 2015: Großes Verdienstkreuz mit Stern ([[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland]])
* 2016: Mitglied der [[National Academy of Sciences]]
* 2016: Mitglied der [[National Academy of Sciences]]
* 2016: [[Lars Onsager Lecture and Professorship|Lars Onsager Lecture]]
* 2016: [[Lars Onsager Lecture and Professorship|Lars Onsager Lecture]]
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* 2016: [[Wilhelm-Exner-Medaille]]
* 2016: [[Wilhelm-Exner-Medaille]]
* 2016: Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften ([[acatech]])
* 2016: Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften ([[acatech]])
* 2016: Semmelweis Award<ref>{{Internetquelle |autor= |url=http://semmelweis.hu/nki/de/hirek/11/nobelpreistraeger-dr-stefan-w-hell-erhaelt-diesjaehrigen-semmelweis-budapest-award/ |titel=Nobelpreisträger Dr. Stefan W. Hell erhält diesjährigen Semmelweis Budapest Award |werk= |hrsg= |datum= |zugriff=2018-11-25 |sprache=}}</ref>
* 2018: Fellow der [[American Association for the Advancement of Science]]<ref>{{Internetquelle|autor=Andrea Korte|url=https://www.aaas.org/news/aaas-honors-accomplished-scientists-2018-elected-fellows|titel=AAAS Honors Accomplished Scientists as 2018 Elected Fellows|hrsg=American Association for the Advancement of Science|datum=2018-11-27|zugriff=2018-11-28|sprache=en}}</ref>
* 2019: Mitglied der [[Päpstliche Akademie der Wissenschaften|Päpstlichen Akademie der Wissenschaften]]<ref name = "Bulletin">{{Internetquelle|url=http://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2019/07/22/0603/01245.html#SCIE|titel=Nomina di Membro Ordinario della Pontificia Accademia delle Scienze|hrsg=[[Presseamt des Heiligen Stuhls]]|werk=Tägliches Bulletin|datum=2019-07-22|zugriff=2019-07-22|sprache=it}}</ref>
* 2019: Ehrendoktorwürde der [[West-Universität Temeswar]]<ref>{{Internetquelle |url=http://www.funkforum.net/2019/06/06/nobelpreistraeger-stefan-hell-ehrendoktor-der-temeswarer-westuniversitaet/ |titel=Nobelpreisträger Stefan Hell, Ehrendoktor der Temeswarer Westuniversität |abruf=2019-08-05 |sprache=de}}</ref>
* 2021: Ehrenmitglied der [[International Union of Physiological Sciences]] (IUPS)
* 2022: [[Werner-von-Siemens-Ring]]


== Rundfunkberichte ==
== Rundfunkberichte ==
* Stefan W. Hell im Gespräch mit Ralf Krauter: [http://www.deutschlandfunk.de/chemie-nobelpreis-dinge-sehen-die-man-vorher-einfach-nicht.676.de.html?dram:article_id=299753 ''CHEMIE-NOBELPREIS – „Dinge sehen, die man vorher einfach nicht sehen konnte“''], [[Deutschlandfunk]] – „[[Forschung aktuell]]“ vom 8. Oktober 2014.
* Stefan W. Hell im Gespräch mit [[Ralf Krauter]]: [http://www.deutschlandfunk.de/chemie-nobelpreis-dinge-sehen-die-man-vorher-einfach-nicht.676.de.html?dram:article_id=299753 ''CHEMIE-NOBELPREIS – „Dinge sehen, die man vorher einfach nicht sehen konnte“''], [[Deutschlandfunk]] – „[[Forschung aktuell]]“ vom 8. Oktober 2014.


== Literatur ==
== Literatur ==
* ''Von der Mikroskopie zur Nanoskopie: Stefan W. Hell.'' In: ''Jahrbuch der Max-Planck-Gesellschaft'' 2003, München 2003, ISBN 3-598-24930-6, Seite 79–80 (Artikel über Hell als neues Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft).
* ''Von der Mikroskopie zur Nanoskopie: Stefan W. Hell.'' In: ''Jahrbuch der Max-Planck-Gesellschaft'' 2003, München 2003, ISBN 3-598-24930-6, Seite 79–80 (Artikel über Hell als neues Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft).
* ''Autobiography Stefan Hell.'' In: ''Jahrbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften'' 2015, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-8253-6633-9, S. 20–32 (autobiographischer Vortrag Hells).
* ''Autobiography Stefan Hell.'' In: ''Jahrbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften'' 2015, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-8253-6633-9, S. 20–32 (autobiographischer Vortrag Hells).
 
== Privates ==
Hell ist verheiratet und hat vier Kinder.<ref name = "Bulletin"/>
== Weblinks ==
== Weblinks ==
{{Commonscat}}
{{Commonscat}}
* [http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2014/ Chemie-Nobelpreis 2014]
* [http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2014/ Chemie-Nobelpreis 2014]
* [https://www.youtube.com/watch?v=x_5sz7DJW2c Stefan Hell im Gespräch] mit [[Ranga Yogeshwar]] (Video, 38 min)
* [https://www.youtube.com/watch?v=x_5sz7DJW2c Stefan Hell im Gespräch] mit [[Ranga Yogeshwar]] (Video, 38 min)
* [https://www.derstandard.at/story/2000130860415/nobelpreistraeger-hell-ich-war-ein-nobody-in-der-wissenschaft Interview] (derstandard.at November 2021)
* [[ÖAW|oeaw.at]]: [https://www.oeaw.ac.at/detail/veranstaltung/molekular-scharf-fluoreszenzmikroskopie-im-21-jahrhundert ''Molekular scharf: Fluoreszenzmikroskopie im 21. Jahrhundert''] (Artikel über eine ''Richard Zsigmondy-Lecture'' von ÖAW und TU Wien, Oktober 2021)


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Aktuelle Version vom 18. Februar 2022, 21:17 Uhr

Stefan W. Hell (2010)

Stefan Walter Hell (* 23. Dezember 1962 in Arad, Volksrepublik Rumänien) ist ein rumäniendeutscher Physiker und Hochschullehrer. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Er ist bekannt für die Entwicklung hochauflösender optischer Mikroskope jenseits der Beugungsgrenze (STED-Mikroskop). 2014 wurde ihm zusammen mit Eric Betzig und William Moerner der Nobelpreis für Chemie verliehen.

Leben und Wirken

Stefan Hell entstammt einer Familie Banater Schwaben[1] aus dem zwanzig Kilometer von Arad entfernten Dorf Sântana (deutsch Sanktanna),[2] wo er die deutsche Schule besuchte.[3] Von 1977 bis 1978 war er Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums in Timișoara, bevor seine Familie 1978 mit ihm in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelte und er am Carl-Bosch-Gymnasium in Ludwigshafen am Rhein das Abitur ablegte.[4]

Hell studierte ab 1981 Physik an der Universität Heidelberg. Er war von 1984 bis 1990 Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Nach dem Diplom-Examen 1987 nahm er bei Siegfried Hunklinger die Arbeiten zu seinem Dissertationsthema Abbildung transparenter Mikrostrukturen im konfokalen Mikroskop auf, die er 1990 mit der Promotion abschloss. Danach war er kurzzeitig als freier Erfinder tätig.[5] In dieser Zeit beschäftigte er sich mit Möglichkeiten, Lichtmikroskope zu konstruieren, die eine höhere Auflösung ermöglichen als die bis dahin entwickelten, und legte die Grundlage für die 4Pi-Mikroskopie.

Von 1991 bis 1993 arbeitete Hell im Heidelberger Hauptlabor des European Molecular Biology Laboratory.[6] Es gelang ihm hier, das Prinzip der 4Pi-Mikroskopie praktisch zu demonstrieren und die Tiefenauflösung wesentlich zu verbessern.

Hell war anschließend ab 1993 als Gruppenleiter an der Universität Turku in Finnland angestellt, und zwar in der Abteilung für Medizinische Physik,[5] wo er das Prinzip der STED-Mikroskopie (STED: Stimulated Emission Depletion) entwickelte.[7] Parallel dazu verbrachte er 1993 bis 1994 insgesamt sechs Monate an der Universität Oxford als Gastwissenschaftler im Bereich Ingenieurwissenschaften.[5] Seine Habilitation für Physik erfolgte 1996 wiederum in Heidelberg. Im darauf folgenden Jahr wurde er Leiter einer Nachwuchsgruppe am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, die im Bereich optische Mikroskopie forschte.[6] Um das Jahr 2000 gelang es der Gruppe, die Theorien von Hell und Wichmann[8] experimentell zu bestätigen.[9][10]

Am 15. Oktober 2002 wurde Hell zum Direktor am Institut ernannt.[11] Neben seiner Tätigkeit in Göttingen wurde er 2003 als außerplanmäßiger Professor an die Universität Heidelberg berufen und wurde zudem Leiter der Abteilung „Hochauflösende Optische Mikroskopie“ am Deutschen Krebsforschungszentrum. 2004 wurde er zusätzlich zum Honorarprofessor für Experimentalphysik der Universität Göttingen ernannt.

Mit der Erfindung und Entwicklung der STED-Mikroskopie und verwandter Mikroskopieverfahren gelang es Hell, zu zeigen, dass man die herkömmlich auf etwa eine halbe Lichtwellenlänge (~200 Nanometer) begrenzte Auflösung im Fluoreszenz-Lichtmikroskop überwinden kann. Hell konnte erstmals experimentell nachweisen, dass das Auflösungsvermögen des Fluoreszenzmikroskops von der Beugung des Lichts (Diffraktion) entkoppelt und auf Bruchteile der Lichtwellenlänge (Nanometerbereich) gesteigert werden kann. Dies galt seit den Arbeiten von Ernst Abbe (1873) zur Beugungsbegrenzung des Auflösungsvermögens der Mikroskope bis dahin als undurchführbar. Für diese Leistung und ihre Bedeutung für andere Bereiche der Wissenschaft, wie den Lebenswissenschaften und der medizinischen Grundlagenforschung, erhielt er am 23. November 2006 den 10. Deutschen Zukunftspreis.[12] Seit 2013 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.[13]

2014 wurde Stefan Hell für die Entwicklung superauflösender Fluoreszenzmikroskopie[14] gemeinsam mit Eric Betzig und William E. Moerner der Nobelpreis für Chemie zuerkannt.[15]

Hell ist Mitglied des Exzellenzclusters CellNetworks, seine Arbeitsgruppe forscht im BioQuant-Zentrum der Universität Heidelberg. 2017 wurde Hell zum Honorarprofessor mit korporationsrechtlicher Stellung an der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg bestellt.[16]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2000: Preis der International Commission for Optics
  • 2001: Helmholtz-Preis für Metrologie, Co-Rezipient
  • 2002: Berthold Leibinger Innovationspreis, 3. Preis, Co-Rezipient
  • 2002: Carl-Zeiss-Forschungspreis
  • 2002: Karl Heinz Beckurts-Preis
  • 2004: Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften – gestiftet von der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung
  • 2006: Robert B. Woodward Scholar, Harvard University, Cambridge, MA, USA
  • 2006: Deutscher Zukunftspreis
  • 2007: Julius-Springer-Preis für angewandte Physik
  • 2007: ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
  • 2008: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis[17]
  • 2008: Niedersächsischer Staatspreis
  • 2008: Nominierung für European Inventor of the Year des Europäischen Patentamtes[18]
  • 2008: Methode des Jahres 2008 der Zeitschrift Nature Methods[19]
  • 2009: Otto-Hahn-Preis für die Entwicklung neuer mikroskopischer Verfahren, die die bisherige Auflösungsgrenze überwunden haben.[17]
  • 2009: Korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften[20]
  • 2010: Ernst-Hellmut-Vits-Preis[21]
  • 2011: Familie-Hansen-Preis[22]
  • 2011: Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft[23]
  • 2011: Meyenburg-Preis[24]
  • 2011: Göteborg Lise Meitner Preis 2010/2011 der Chalmers Universität[25]
  • 2012: Wissenschaftspreis der Fritz-Behrens-Stiftung[26]
  • 2012: Ehrenmitglied der Rumänischen Akademie[27]
  • 2013: Carus-Medaille
  • 2013: Paul-Karrer-Medaille
  • 2014: Kavli-Preis in Nanowissenschaften[28]
  • 2014: Nobelpreis für Chemie zusammen mit Eric Betzig und William E. Moerner „for the development of super-resolved fluorescence microscopy“.[29]
  • 2015: Ehrenmitgliedschaft in der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie
  • 2015: Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg
  • 2015: Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
  • 2015: Glenn T. Seaborg Medal
  • 2015: Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • 2015: Großkreuz des Sterns von Rumänien
  • 2015: Großes Verdienstkreuz mit Stern (Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland)
  • 2016: Mitglied der National Academy of Sciences
  • 2016: Lars Onsager Lecture
  • 2016: Markgräfler Gutedelpreis
  • 2016: Wilhelm-Exner-Medaille
  • 2016: Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech)
  • 2016: Semmelweis Award[30]
  • 2018: Fellow der American Association for the Advancement of Science[31]
  • 2019: Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften[32]
  • 2019: Ehrendoktorwürde der West-Universität Temeswar[33]
  • 2021: Ehrenmitglied der International Union of Physiological Sciences (IUPS)
  • 2022: Werner-von-Siemens-Ring

Rundfunkberichte

Literatur

  • Von der Mikroskopie zur Nanoskopie: Stefan W. Hell. In: Jahrbuch der Max-Planck-Gesellschaft 2003, München 2003, ISBN 3-598-24930-6, Seite 79–80 (Artikel über Hell als neues Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft).
  • Autobiography Stefan Hell. In: Jahrbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 2015, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-8253-6633-9, S. 20–32 (autobiographischer Vortrag Hells).

Privates

Hell ist verheiratet und hat vier Kinder.[32]

Weblinks

Commons: Stefan Hell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Christopher Schrader: Das Feld hat sich stürmisch entwickelt. sueddeutsche.de, 8. Oktober 2014, abgerufen am 8. Oktober 2014.
  2. adz.ro, ADZ, Werner Kremm: Noch ein guter Tag für das Banat. Dem aus Sanktanna stammenden Stefan W. Hell wurde der Nobelpreis für Chemie zugesprochen.
  3. adz.ro, ADZ, Banater Schwabe erhält Nobelpreis für Chemie
  4. EXCLUSIV Stefan W.Hell, al doilea elev de la Liceul „Nikolaus Lenau“ din Timişoara care a câştigat un Nobel (rumänisch) Adevărul. 8. Oktober 2014. Abgerufen am 8. Oktober 2014.
  5. 5,0 5,1 5,2 Lebenslauf.
  6. 6,0 6,1 Homepage auf der Website des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie.
  7. Pressemitteilung (Memento vom 4. Februar 2012 im Internet Archive) Zukunftspreis, Juni 2006.
  8. Stefan W. Hell, Jan Wichmann: Breaking the diffraction resolution limit by stimulated emission: stimulated-emission-depletion fluorescence microscopy. In: Optics Letters. Band 19, Nr. 11, 1994, S. 780–782, doi:10.1364/OL.19.000780.
  9. Thomas. A. Klar, Stefan W. Hell: Subdiffraction resolution in far-field fluorescence microscopy. In: Optics Letters. Band 24, Nr. 14, 1999, S. 954–956, doi:10.1364/OL.24.000954.
  10. Thomas A. Klar, Stefan Jakobs, Marcus Dyba, Alexander Egner, Stefan W. Hell: Fluorescence microscopy with diffraction resolution barrier broken by stimulated emission. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 97, Nr. 15, 2000, S. 8206–8210, doi:10.1073/pnas.97.15.8206, PMID 10899992 (freier Volltext).
  11. Werdegang (PDF; 50 kB) von Stefan Hell.
  12. Artikel zum Zukunftspreis bei heise.de.
  13. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Stefan Hell (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 06. Juni 2016..
  14. spiegel.de: Triumph für einen Dickkopf.
  15. www.nobelprize.org: Press release.
  16. Rhein-Neckar-Zeitung vom 16. Juni 2017, Seite 21 (Universitas – Uni-Info – Ehrungen – Ernennungen)
  17. 17,0 17,1 Auszeichnungen von Stefan Hell
  18. Carmen Rotte: Nominierung für Europas wichtigsten Innovationspreis – Stefan Hell überzeugt mit der Überwindung althergebrachter Paradigmen in der Lichtmikroskopie. Pressemitteilung. In: idw-online.de. Informationsdienst Wissenschaft, 11. April 2008, abgerufen am 10. Dezember 2017.
  19. Stefan Hell als Wegbereiter der Methode des Jahres geehrt, Informationsdienst Wissenschaft, 19. Dezember 2008.
  20. Mitglieder der HAdW seit ihrer Gründung 1909. Stefan W. Hell. Heidelberger Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 2. Juli 2016.
  21. Vits-Preis für Prof. Dr. Stefan W. Hell, Presseinformation der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vom 8. November 2010.
  22. Familie-Hansen-Preis geht an Prof. Dr. Stefan W. Hell, Pressemitteilung Nr. 60, 2. November 2010.
  23. Stefan Hell – Körber-Preisträger 2011 (Memento vom 15. Oktober 2014 im Internet Archive).
  24. Von der Mikroskopie zur Nanoskopie: Meyenburg-Preis 2011 geht an Stefan Hell beim DKFZ; abgerufen am 17. November 2011.
  25. 2010/11 Stefan W. Hell. In: chalmers.se. University of Gothenburg, abgerufen am 10. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  26. Wissenschaftspreis 2012 der Fritz Behrens-Stiftung geht an Stefan Hell beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online); abgerufen am 17. Oktober 2012.
  27. Wissenschaftspreis 2012 für Stefan Hell, Pressemitteilung des Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.
  28. Stefan Hell erhält Kavli-Preis für Nanowissenschaften. Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (Pressemitteilung), 29. Mai 2014, abgerufen am 6. Juni 2014.
  29. The Nobel Prize in Chemistry 2014.
  30. Nobelpreisträger Dr. Stefan W. Hell erhält diesjährigen Semmelweis Budapest Award. Abgerufen am 25. November 2018.
  31. Andrea Korte: AAAS Honors Accomplished Scientists as 2018 Elected Fellows. American Association for the Advancement of Science, 27. November 2018, abgerufen am 28. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  32. 32,0 32,1 Nomina di Membro Ordinario della Pontificia Accademia delle Scienze. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 22. Juli 2019, abgerufen am 22. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  33. Nobelpreisträger Stefan Hell, Ehrendoktor der Temeswarer Westuniversität. Abgerufen am 5. August 2019.

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