Gregory-Teleskop

Das Gregory-Teleskop, auch Gregorianisches Teleskop, ist ein Spiegelteleskop, das von James Gregory 1670 erfunden und erstmals von Robert Hooke 1674 gebaut wurde[1].

Strahlengang eines Gregory-Teleskops
Gregory-Teleskop

Im Gegensatz zum Cassegrain-Teleskop wird ein konkaver Sekundärspiegel jenseits des Primärfokus benutzt, der das Bild durch eine zentrale Öffnung im Primärspiegel in den Sekundärfokus wirft. Die Bauform wurde wegen der leichteren Herstellung konkaver Sekundärspiegel bis in das 19. Jahrhundert verwendet, stand aber im Schatten der erfolgreicheren, weil kürzeren Konstruktion von Cassegrain. Da das Gregory-Teleskop ein aufrechtstehendes Bild liefert, werden noch heute kleine Spektive in dieser Bauform hergestellt, um die Umkehrprismen einzusparen. Ein abgewandelter Aufbau nach Gregory, mit zusätzlichen Spiegeln zur weiteren Faltung des Strahlenganges, wird in manchen Teleskopen zur Sonnenbeobachtung im Optischen und für Millimeterwellen und Submillimeterwellen benutzt, zum Beispiel beim Viper-Teleskop[2] in der Antarktis oder das Green-Bank-Observatorium. Moderne optische Instrumente dieser Bauart sind die beiden 6,5 m Magellan-Teleskope und das 1,5 m GREGOR-Teleskop auf Teneriffa. Ein Grund für die Wahl der Gregory-Bauform ist die Möglichkeit, ohne Ausbau des Sekundärspiegels auf den Primärfokus zugreifen zu können. Ein Beispiel hierfür ist das Radioteleskop Effelsberg.

Nachteile gegenüber einem vergleichbaren Cassegrain-Teleskop sind der größere Fangspiegel, die dadurch stärkere Obstruktion und der längere Tubus, der nicht nur windanfälliger ist, was eine stabilere Montierung erfordert, sondern eventuell auch nach einer größeren Kuppel verlangt.

Literatur

  • Rolf Riekher: Fernrohre und ihre Meister. 2. Auflage. Technik GmbH, Berlin 1990, ISBN 3-341-00791-1, S. 89–90.

Referenzen

  1. Thomas Birch, History of the Royal Society, 1756–57, Vol. 3, S. 122
  2. VIPER-Radiotelescope (engl.)

Weblinks

Die News der letzten Tage

25.09.2022
Kometen_und_Asteroiden | Sonnensysteme
Untersucht: Bodenproben des Asteroiden Ryugu
Ein internationales Forschungsteam hat Bodenproben untersucht, die die japanische Raumsonde Hayabusa-2 auf dem Asteroiden Ryugu einsammelte.
22.09.2022
Milchstraße | Schwarze Löcher
Eine heiße Gasblase, die um das schwarze Loch der Milchstraße schwirrt
Mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) haben Astronomen Anzeichen für einen „heißen Fleck“ entdeckt, der Sagittarius A*, das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie, umkreist.
22.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik | Teilchenphysik
Kernstück für einen skalierbaren Quantencomputer
Millionen von Quantenbits sind nötig, damit Quantencomputer sich in der Praxis als nützlich erweisen, die sogenannte Skalierbarkeit gilt als eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung.
22.09.2022
Optik | Quantenoptik
Zwischen Erfurt und Jena: Erstmals erfolgreich Quantenschlüssel via Glasfaser ausgetauscht
Das ist ein Meilenstein für die Erforschung der hochsicheren Quantenkommunikation in Thüringen und Deutschland.
22.09.2022
Festkörperphysik | Thermodynamik
Molekülschwingungen schärfer denn je messbar!
Mit Rastertunnelmikroskopen lassen sich zwar einzelne Moleküle abbilden, ihre Schwingungen waren damit bisher aber nur schwer detektierbar.
20.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik
Neue Quantenmaterialien am Computer entworfen
Eine neues Designprinzip kann nun die Eigenschaften von bisher kaum erforschbaren Quantenmaterialien vorhersagen.
19.09.2022
Sterne
Stern-Kindheit prägt stellare Entwicklung
In klassischen Modellen zur Sternentwicklung wurde bis heute der frühen Evolution der Sterne wenig Bedeutung zugemessen.