Generalisierter Impuls

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Der generalisierte Impuls (auch verallgemeinerter, kanonischer, kanonisch konjugierter oder konjugierter Impuls) tritt sowohl in der Hamiltonschen Mechanik als auch in der Lagrange-Mechanik auf. Zusammen mit dem Ort kennzeichnet er den jeweiligen Zustand des Systems, der sich mit der Zeit gemäß den Hamiltonschen Bewegungsgleichungen ändert.

Als Funktion des Ortes q und der Geschwindigkeit q˙ ist der generalisierte Impuls die partielle Ableitung der Lagrange-Funktion L nach der Geschwindigkeit:

pj=Lq˙j, j=1....n

Beim Übergang von der klassischen Physik zur Quantenmechanik wird der kanonische Impuls (im Gegensatz zum kinetischen Impuls) durch den Impulsoperator p^ ersetzt:

pjp^j=ixj

Beispiele

Klassische Bewegung

L=12m𝐱˙2V(𝐱,t)
ist der generalisierte Impuls gleich dem kinetischen Impuls:
𝐩=m𝐱˙
L=12m(r˙2+r2φ˙2+z˙2)V(r,φ,z,t)
ist der zum Winkel konjugierte generalisierte Impuls die Komponente des Drehimpulses in Richtung der Zylinderachse:
pφ˙=Lφ˙=mr2φ˙
L=12m𝐱˙2qϕ(t,𝐱)+q𝐱˙𝐀(t,𝐱)
hat der generalisierte Impuls zusätzlich zum kinetischen Impuls einen Beitrag vom Vektorpotential 𝐀 des Feldes:
𝐩=m𝐱˙+q𝐀(t,𝐱)

Relativistische Bewegung

  • Bei der relativistischen Bewegung eines Teilchens der Ruhemasse m0 in einem Potential V(𝐱,t) ohne Zwangsbedingungen in kartesischen Koordinaten
L=m0c21𝐱˙2c2V(𝐱,t)
ist der generalisierte Impuls gleich dem kinetischen Impuls:
𝐩=m0𝐱˙1𝐱˙2c2
  • Bei relativistischer Bewegung einer Punktladung q mit Ruhemasse m0 im elektromagnetischen Feld
L=m0c21𝐱˙2c2qϕ(t,𝐱)+q𝐱˙𝐀(t,𝐱)
hat der generalisierte Impuls zusätzlich zum kinetischen Impuls einen Beitrag vom Vektorpotential des Feldes:
𝐩=m0𝐱˙1𝐱˙2c2+q𝐀(𝐱,t)

Literatur

  • Wolfgang Nolting: Grundkurs Theoretische Physik 2 Analytische Mechanik. 7. Auflage. Springer, Heidelberg 2006, ISBN 3-540-30660-9.