Coulomb-Eichung

Aus cosmos-indirekt.de
Version vom 20. Juni 2017, 12:58 Uhr von imported>Dschir (Die inhomogenen Maxwell-Gleichungen in der Coulomb-Eichung: "\Delta" für Laplace-Operator)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Die Coulomb-Eichung (aufgrund des Zusammenhangs mit dem Coulomb Potential (s. u.); auch Strahlungseichung oder transversale Eichung) ist eine mögliche Eichung der Elektrodynamik, beschreibt also eine Einschränkung der elektrodynamischen Potentiale.

Eichfreiheit der Elektrodynamik

Um die Lösung der Maxwell-Gleichungen zu erleichtern, führt man für das elektrische und das magnetische Feld das Skalarpotential Φ und das Vektorpotential A ein, die die klassisch beobachtbaren Felder durch

B(r,t)=×A(r,t)
E(r,t)=ΦtA(r,t)

beschreiben.

Diese Definition erlaubt sogenannte Eichfreiheiten in der Wahl von skalarem Potential und Vektorpotential, die keine Auswirkungen auf messbare Größen haben, insbesondere nicht auf elektrisches Feld und magnetische Flussdichte.

Die Coulomb-Eichung

Diese Eichfreiheit wird in der Coulomb-Eichung dazu genutzt, die Divergenzfreiheit des Vektorpotentials zu fordern:

A(r,t)=0

Wegen Δ= und t=t folgen daraus die im nächsten Paragraphen notierten Resultate.

Die inhomogenen Maxwell-Gleichungen in der Coulomb-Eichung

Setzt man mit dieser Eichung die Potentiale in die sog. inhomogenen Maxwell-Gleichungen (das gaußsche Gesetz und das erweiterte Induktionsgesetz) ein, erhält man

ΔΦ=ρε0 und
ΔA1c2t2A=μ0j+1c2tΦ(=:μ0jeff).

Die erste Gleichung wird durch

Φ(x,t)=14πε0ρ(x,t)|xx|d3x

gelöst, also ist in dieser Eichung das Skalarpotential Φ identisch mit dem Coulomb-Potential.

Die zweite Gleichung ist eine inhomogene Wellengleichung mit der durch die Methode des retardierten Potentials gewonnenen Lösung:

A(r,t)=μ04πjeff(x,t)|xx|d3x.

Dabei ist die retardierte Zeit gegeben durch t:=t|xx|c .  Physikalisch entspricht die zuletzt angegebene Differenz der Zeitspanne, die ein Licht- oder Radarsignal braucht, um die Strecke vom Ausgangspunkt (dem Integrationpunkt) x der Signale zum Ankunftspunkt x zu durchlaufen.

In der Nutzung zweier unterschiedlicher Zeiten im Integral - beim skalaren Potential t, beim Vektorpotential t'  - besteht der Hauptvorteil bzw. Hauptnachteil der angegebenen Eichung. Die konkurrierende Lorenz-Eichung hat diesen Nachteil nicht, sondern ist explizit relativistisch invariant, indem sie durchgehend die Retardierung berücksichtigt.

Sind keine Quellen (Ladungen und Ströme) vorhanden, vereinfachen sich die Gleichungen zu

ΔΦ=0 und
ΔA1c2t2A=0,

das Vektorpotential erfüllt also die homogene Wellengleichung.

Literatur

  • John D. Jackson: Klassische Elektrodynamik. Walter de Gruyter Berlin New York, 2006, ISBN 978-3-11-018970-4.

en:Gauge fixing#Coulomb gauge