Lagrange-Dichte: Unterschied zwischen den Versionen
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imported>Hdembinski Die Ableitungen in der Lagrange-Dichte sind partiell und nicht total, da die Zeitableitung d/dt f(x) nicht mit der Kettenregel auf x fortgesetzt wird. Das liegt daran, dass die x hier nicht die Koordinaten von Massenpunkten sind und daher selbst nicht von der Zeit abhaengen koennen, und daher auch nicht nach der Zeit ableitbar sind. Mathematisch wird das durch die partiellen Ableitungen abgebildet. Die englische Seite der Wikipedia benutzt auch die partielle Ableitung statt der totalen. |
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Der eigentliche Zweck der Lagrange-Dichte ist die Beschreibung von Feldern durch [[Bewegungsgleichung]]en. So, wie man die [[Lagrange-Funktion|Lagrange-Gleichungen]] zweiter Art aus dem Hamiltonschen Prinzip erhält, kann man die Lagrange-Gleichungen für Felder aus dem [[Hamiltonsches_Prinzip #Das_Hamiltonsche_Prinzip_f.C3.BCr_Felder|Hamiltonschen Prinzip für Felder]] erhalten ([[Feldtheorie (Physik) #Die_Bewegungsgleichung_für_Felder|Herleitung]]). Entsprechend lautet die | Der eigentliche Zweck der Lagrange-Dichte ist die Beschreibung von Feldern durch [[Bewegungsgleichung]]en. So, wie man die [[Lagrange-Funktion|Lagrange-Gleichungen]] zweiter Art aus dem Hamiltonschen Prinzip erhält, kann man die Lagrange-Gleichungen für Felder aus dem [[Hamiltonsches_Prinzip #Das_Hamiltonsche_Prinzip_f.C3.BCr_Felder|Hamiltonschen Prinzip für Felder]] erhalten ([[Feldtheorie (Physik) #Die_Bewegungsgleichung_für_Felder|Herleitung]]). Entsprechend lautet die Bewegungsgleichung: | ||
:<math>\frac{\partial \mathcal{L}}{\partial \phi_i} - \frac{\ | :<math>\frac{\partial \mathcal{L}}{\partial \phi_i} - \frac{\partial}{\partial t} \frac{\partial \mathcal{L}}{\partial\frac{\partial \phi_i}{\partial t}} - \sum_{j=1}^3 | ||
\frac{\ | \frac{\partial}{\partial x_j} \frac{\partial \mathcal{L}}{\partial\frac{\partial \phi_i}{\partial x_j}} = \frac{\partial\mathcal L}{\partial\phi_i} - \partial_\mu \frac{\partial\mathcal L}{\partial(\partial_\mu \phi_i)} = 0</math>. | ||
== Beispiel == | == Beispiel == | ||
Aktuelle Version vom 5. Februar 2021, 09:40 Uhr
Die Lagrange-Dichte (nach dem Mathematiker Joseph-Louis Lagrange) spielt in der theoretischen Physik eine Rolle bei der Betrachtung von Feldern. Sie beschreibt die Dichte der Lagrange-Funktion in einem Volumenelement. Daher ist die Lagrange-Funktion definiert als das Integral der Lagrange-Dichte über dem betrachteten Volumen:
mit dem betrachteten Feld .
Der eigentliche Zweck der Lagrange-Dichte ist die Beschreibung von Feldern durch Bewegungsgleichungen. So, wie man die Lagrange-Gleichungen zweiter Art aus dem Hamiltonschen Prinzip erhält, kann man die Lagrange-Gleichungen für Felder aus dem Hamiltonschen Prinzip für Felder erhalten (Herleitung). Entsprechend lautet die Bewegungsgleichung:
- .
Beispiel
Für eine in einer Dimension schwingende Saite ergibt sich für die Lagrange-Dichte
In diesem Beispiel bedeuten:
- die Auslenkung eines Punktes der Saite aus der Ruhelage (Feldvariable)
- die lineare Massendichte
- den Elastizitätsmodul
Mit dieser Lagrange-Dichte ergibt sich
Damit ergibt sich für die Bewegungsgleichung der schwingenden Saite
Anwendung in der Relativitätstheorie
Anwendung findet die Beschreibung physikalischer Vorgänge über die Lagrange-Dichte statt über die Lagrange-Funktion vor allem in relativistischen Vorgängen. Hier ist eine kovariante Darstellung der Lagrange-Funktion gewünscht, dann ist die Wirkung über
definiert. Damit ist die Lagrange-Funktion ein Lorentz-Skalar, also invariant unter Lorentz-Transformationen:
- mit , wobei der Lorentz-Transformationstensor ist.
Literatur
- Franz Schwabl: Lagrange-Dichte. In: Ders.: Quantenmechanik für Fortgeschrittene (QM II). Springer, Berlin 2005, ISBN 978-3-540-28865-7, S. 281ff.