Wannier-Darstellung: Unterschied zwischen den Versionen

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Die nach dem Schweizer Physiker [[Gregory Hugh Wannier]] benannte '''Wannier-Darstellung''' ist ein Begriff aus der [[Festkörperphysik]]. In der [[Tight-Binding]]-Näherung ist eine Beschreibung der [[elektron]]ischen [[Wellenfunktion]]en in der gitterperiodischen [[Bloch-Funktion|Bloch-Basis]] nicht mehr sinnvoll. Eher konstruiert man die [[Zustandsfunktion]] aus [[atom]]aren Wellenfunktionen. Diese sind nicht orthonormiert. Aus den [[Bloch-Funktion]]en lässt sich jedoch eine [[Orthonormalbasis]] [[Lokalisierung (Physik)|lokalisierter]] Zustände konstruieren:
Die nach dem Schweizer Physiker [[Gregory Hugh Wannier]] benannte '''Wannier-Darstellung''' ist ein Begriff aus der [[Festkörperphysik]]. In der [[Tight-Binding]]-Näherung ist eine Beschreibung der [[elektron]]ischen [[Wellenfunktion]]en in der gitterperiodischen [[Bloch-Funktion|Bloch-Basis]] nicht mehr sinnvoll. Eher konstruiert man die [[Zustandsfunktion]] aus [[atom]]aren Wellenfunktionen. Diese sind nicht orthonormiert. Aus den [[Bloch-Funktion]]en lässt sich jedoch eine [[Orthonormalbasis]] [[Lokalisierung (Physik)|lokalisierter]] Zustände konstruieren:


:<math>\omega_{i n}(\vec r - \vec R_i)  = \frac{1}{\sqrt{N}}\sum_k e^{-i \vec k \vec R_i} \cdot \psi_{n \vec k} (\vec r)</math>
:<math>\omega_{m n}(\vec r - \vec R_m)  = \frac{1}{\sqrt{N}}\sum_k e^{-i \vec k \vec R_m} \cdot \psi_{n \vec k} (\vec r)</math>


Dabei ist
Dabei ist
* <math>\psi_{n \vec k} (\vec r )</math> eine Bloch-Funktion
* <math>\psi_{n \vec k} (\vec r )</math> eine Bloch-Funktion
* <math> \omega_{i n} (\vec r - \vec R_i)</math> der zugehörige Wannier-Zustand
* <math> \omega_{i n} (\vec r - \vec R_m)</math> der zugehörige Wannier-Zustand
* <math>e</math> die [[Eulersche Zahl]]
* <math>e</math> die [[Eulersche Zahl]]
* <math>i</math> die [[imaginäre Einheit]]
* <math>i</math> die [[imaginäre Einheit]]
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Die umgekehrte Konstruktion der Bloch-Zustände aus den Wannier-Zuständen heißt dann
Die umgekehrte Konstruktion der Bloch-Zustände aus den Wannier-Zuständen heißt dann


:<math>\psi_{n \vec k} (\vec r)  = \frac{1}{\sqrt{N}}\sum_{\vec R_i} e^{i \vec k \vec R_i} \cdot \omega_{i n}(\vec r - \vec R_i)</math>
:<math>\psi_{n \vec k} (\vec r)  = \frac{1}{\sqrt{N}}\sum_{\vec R_m} e^{i \vec k \vec R_m} \cdot \omega_{i n}(\vec r - \vec R_m)</math>


Je größer die [[Gitterkonstante]] ist, desto stärker sind die Wannierzustände lokalisiert. Sie nähern sich immer mehr an die atomaren Zustände an. Statt aber den Wannier-Zustand einfach einem atomaren Zustand gleichzusetzen, nähert man ihn durch eine [[Linearkombination]] von atomaren Zuständen ([[LCAO]]):
Je größer die [[Gitterkonstante]] ist, desto stärker sind die Wannierzustände lokalisiert. Sie nähern sich immer mehr an die atomaren Zustände an. Statt aber den Wannier-Zustand einfach einem atomaren Zustand gleichzusetzen, nähert man ihn durch eine [[Linearkombination]] von atomaren Zuständen ([[LCAO]]):


:<math> \omega_{i n}(\vec r -\vec R_i) = \sum_{n\in U} a_n \cdot \varphi_n (\vec r - \vec R_i)</math>
:<math> \omega_{i n}(\vec r -\vec R_m) = \sum_{n\in U} a_n \cdot \varphi_n (\vec r - \vec R_m)</math>


Die Menge&nbsp;U stellt dabei einen [[Unterraum]] der atomaren Zustände <math>\varphi_n(\vec r - \vec R_i)</math> dar.
Die Menge&nbsp;U stellt dabei einen [[Unterraum]] der atomaren Zustände <math>\varphi_n(\vec r - \vec R_m)</math> dar.


== Literatur ==
== Literatur ==

Aktuelle Version vom 25. September 2020, 17:54 Uhr

Dreidimensionales Modell der Wannier-Funktion von BaTiO3

Die nach dem Schweizer Physiker Gregory Hugh Wannier benannte Wannier-Darstellung ist ein Begriff aus der Festkörperphysik. In der Tight-Binding-Näherung ist eine Beschreibung der elektronischen Wellenfunktionen in der gitterperiodischen Bloch-Basis nicht mehr sinnvoll. Eher konstruiert man die Zustandsfunktion aus atomaren Wellenfunktionen. Diese sind nicht orthonormiert. Aus den Bloch-Funktionen lässt sich jedoch eine Orthonormalbasis lokalisierter Zustände konstruieren:

ωmn(rRm)=1NkeikRmψnk(r)

Dabei ist

Die umgekehrte Konstruktion der Bloch-Zustände aus den Wannier-Zuständen heißt dann

ψnk(r)=1NRmeikRmωin(rRm)

Je größer die Gitterkonstante ist, desto stärker sind die Wannierzustände lokalisiert. Sie nähern sich immer mehr an die atomaren Zustände an. Statt aber den Wannier-Zustand einfach einem atomaren Zustand gleichzusetzen, nähert man ihn durch eine Linearkombination von atomaren Zuständen (LCAO):

ωin(rRm)=nUanφn(rRm)

Die Menge U stellt dabei einen Unterraum der atomaren Zustände φn(rRm) dar.

Literatur

  • Neil W. Ashcroft, N. David Mermin: Festkörperphysik. 2. Auflage. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57720-4.
  • Konrad Kopitzki: Einführung in die Festkörperphysik. 6. Auflage. Teubner, Wiesbaden 2007, ISBN 3-8351-0144-7.
  • Gerd Czycholl: Theoretische Festkörperphysik. 3. Auflage. Springer, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-74789-5.