Shockley-Gleichung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus cosmos-indirekt.de
imported>Martin Homuth-Rosemann
K link auf https://en.wikipedia.org/wiki/Diode#Shockley_diode_equation nicht mehr nötig - Automatismus
 
imported>MaximKraemer
Elementarladung wird im allgemeinen als e und nicht q bezeichnet.
 
Zeile 1: Zeile 1:
Die '''Shockley-Gleichung''', benannt nach [[William B. Shockley]], beschreibt die Strom-Spannungs-Kennlinie einer [[Diode|Halbleiterdiode]].  
Die '''Shockley-Gleichung''', benannt nach [[William B. Shockley]], beschreibt die [[Strom-Spannungs-Kennlinie]] einer [[Diode|Halbleiterdiode]].


Sie lautet nach Wagner<ref>{{Literatur|Autor=C. Wagner|Titel=Theory of Current Rectifiers|Sammelwerk=Phys. Z.|Band=32|Seiten=641–645|Jahr=1931}} (Ref. in: {{Literatur|Autor=F. S. Goucher, G. L. Pearson, M. Sparks, G. K. Teal, W. Shockley|Titel=Theory and Experiment for a Germanium p-n Junction|Sammelwerk=Physical Review|Band=81|Nummer=4|Jahr=1951|Monat=Januar|Tag=15|Seiten=637|DOI=10.1103/PhysRev.81.637.2}})</ref>:
Sie lautet nach Wagner<ref>{{Literatur |Autor=C. Wagner |Titel=Theory of Current Rectifiers |Sammelwerk=Phys. Z. |Band=32 |Datum=1931 |Seiten=641–645}} (Ref. in: {{Literatur |Autor=F. S. Goucher, G. L. Pearson, M. Sparks, G. K. Teal, W. Shockley |Titel=Theory and Experiment for a Germanium p-n Junction |Sammelwerk=Physical Review |Band=81 |Nummer=4 |Datum=1951-01-15 |Seiten=637 |DOI=10.1103/PhysRev.81.637.2}})</ref>:


[[Bild:Dioden-Kennlinie 1N4001.svg|mini|Kennlinie einer 1N4001-Diode ''(gilt für 1N4001 bis 1N4007)'']]  
[[Datei:Dioden-Kennlinie 1N4001.svg|mini|Kennlinie einer 1N4001-Diode ''(gilt für 1N4001 bis 1N4007)'']]


:<math>I_\text{D} = I_\text{S}(T) \, \left(\mathrm e^\frac{U_\text{F}}{n \, U_\text{T}} - 1 \right)</math>
:<math>I_\text{D} = I_\text{S}(T) \, \left(\exp\left(\frac{U_\text{F}}{n \, U_\text{T}}\right) - 1 \right)</math>
:*Anoden-Kathoden-Spannung oder Flussspannung: <math>U_\text{F}</math>
:*Strom durch die Diode: <math>I_\text{D}</math>
:*Sättigungssperrstrom (kurz: Sperrstrom): <math>I_\text{S}(T) \approx{10^{-12} \dots 10^{-6}\;\mathrm{A}}</math>
:*Emissionskoeffizient: <math>n \approx 1 \dots 2</math>
:*Temperaturspannung: <math>U_\text{T} = \frac{k \cdot T} q \approx {25\;\mathrm{mV}}</math> bei 20 °C (mit der absoluten Temperatur <math>T</math>, der [[Boltzmannkonstante]] <math>k</math> und der [[Elementarladung]] <math>q</math>)


In Durchlassrichtung, also für positive Spannung <math>U_\text{F}</math>, wächst die [[Exponentialfunktion]] für Werte von <math>U_\text{F}</math>, die größer als <math>n\ U_\text{T}</math> sind, stark an. Damit erhält man für die Shockley-Gleichung in guter Näherung:<ref>{{Literatur|Autor=Ralf Kories, Heinz Schmidt-Walter|Titel=Taschenbuch der Elektrotechnik: Grundlagen und Elektronik|Verlag=Harri Deutsch Verlag|ISBN=9783817118304|Jahr=2008|Seiten=364}}</ref>
mit
* dem [[elektrischer Strom|Strom]] <math>I_\text{D}</math> durch die Diode
* dem temperaturabhängigen Sättigungssperrstrom (kurz [[Sperrstrom]]) <math>I_\text{S}(T) \approx{10^{-12} \dots 10^{-6}\;\mathrm{A}}</math>
* der Anoden-Kathoden-Spannung oder [[Flussspannung]] <math>U_\text{F}</math>
* dem [[Emissionskoeffizient]] <math>n \approx 1 \dots 2</math>
* der [[Temperaturspannung]] <math>U_\text{T} = \frac{k_\mathrm{B} \cdot T} e \approx 25 \; \mathrm{mV}</math> bei 20&nbsp;°C
** der [[absolute Temperatur|absoluten Temperatur]] <math>T</math>
** der [[Boltzmannkonstante]] <math>k_\mathrm{B}</math>
** der [[Elementarladung]] <math>e</math>.


:<math>I_\text{D} \approx I_\text{S}(T) \,\cdot \mathrm e^\frac{U_\text{F}}{n\,U_\text{T}}</math>
Mit steigender Temperatur steigt auch der Strom durch die Diode; zwar ''sinkt'' der Wert der Exponentialfunktion wegen steigender Temperaturspannung, aber dies wird überkompensiert durch die starke Erhöhung des Sperrstroms mit der Temperatur.
Für <math>U_\text{F} >n\cdot 120\,\mathrm{mV}</math> weicht diese Näherung um weniger als 1 % vom theoretischen Wert ab, für <math>U_\text{F} >n\cdot 180\,\mathrm{mV}</math> um weniger als 1&nbsp;‰. Wie man an den Kennlinien sieht, ist die tatsächliche Spannung deutlich höher.


Die Shockley-Gleichung beschreibt das [[Großsignalverhalten]], also die physikalisch messbaren Größen einer Diode. Im [[Kleinsignalverhalten]] approximiert man die Gleichung durch eine lineare Näherung in der Umgebung eines gewählten [[Arbeitspunkt]]es.
In Durchlassrichtung, also für positive Spannung <math>U_\text{F}</math>, wächst die [[Exponentialfunktion]] für Werte von <math>U_\text{F}</math>, die größer als <math>n\ U_\text{T}</math> sind, stark an. Damit erhält man für die Shockley-Gleichung in guter [[Approximation|Näherung]]:<ref>{{Literatur |Autor=Ralf Kories, Heinz Schmidt-Walter |Titel=Taschenbuch der Elektrotechnik: Grundlagen und Elektronik |Verlag=Harri Deutsch Verlag |Datum=2008 |ISBN=978-3-8171-1830-4 |Seiten=364}}</ref>


== Quellen ==
:<math>I_\text{D} \approx I_\text{S}(T) \,\cdot \exp\left(\frac{U_\text{F}}{n\,U_\text{T}}\right)</math>
 
Für <math>U_\text{F} > n \cdot 120 \, \mathrm{mV}</math> weicht diese Näherung um weniger als 1&nbsp;% vom theoretischen Wert ab, für <math>U_\text{F} > n \cdot 180 \, \mathrm{mV}</math> um weniger als 1&nbsp;‰. Wie man an den Kennlinien sieht, ist die tatsächliche Spannung deutlich höher.
 
Die Shockley-Gleichung beschreibt das [[Großsignalverhalten]], also die physikalisch messbaren Größen einer Diode. Im [[Kleinsignalverhalten]] approximiert man die Gleichung durch eine [[Linearisierung|lineare Näherung]] in der Umgebung eines gewählten [[Arbeitspunkt]]es.
 
== Einzelnachweise ==
<references />
<references />


[[Kategorie:Theoretische Elektrotechnik]]
[[Kategorie:Theoretische Elektrotechnik]]
[[Kategorie:Festkörperphysik]]
[[Kategorie:Festkörperphysik]]

Aktuelle Version vom 27. November 2019, 20:55 Uhr

Die Shockley-Gleichung, benannt nach William B. Shockley, beschreibt die Strom-Spannungs-Kennlinie einer Halbleiterdiode.

Sie lautet nach Wagner[1]:

Datei:Dioden-Kennlinie 1N4001.svg
Kennlinie einer 1N4001-Diode (gilt für 1N4001 bis 1N4007)
ID=IS(T)(exp(UFnUT)1)

mit

Mit steigender Temperatur steigt auch der Strom durch die Diode; zwar sinkt der Wert der Exponentialfunktion wegen steigender Temperaturspannung, aber dies wird überkompensiert durch die starke Erhöhung des Sperrstroms mit der Temperatur.

In Durchlassrichtung, also für positive Spannung UF, wächst die Exponentialfunktion für Werte von UF, die größer als n UT sind, stark an. Damit erhält man für die Shockley-Gleichung in guter Näherung:[2]

IDIS(T)exp(UFnUT)

Für UF>n120mV weicht diese Näherung um weniger als 1 % vom theoretischen Wert ab, für UF>n180mV um weniger als 1 ‰. Wie man an den Kennlinien sieht, ist die tatsächliche Spannung deutlich höher.

Die Shockley-Gleichung beschreibt das Großsignalverhalten, also die physikalisch messbaren Größen einer Diode. Im Kleinsignalverhalten approximiert man die Gleichung durch eine lineare Näherung in der Umgebung eines gewählten Arbeitspunktes.

Einzelnachweise

  1. C. Wagner: Theory of Current Rectifiers. In: Phys. Z. Band 32, 1931, S. 641–645. (Ref. in: F. S. Goucher, G. L. Pearson, M. Sparks, G. K. Teal, W. Shockley: Theory and Experiment for a Germanium p-n Junction. In: Physical Review. Band 81, Nr. 4, 15. Januar 1951, S. 637, doi:10.1103/PhysRev.81.637.2.)
  2. Ralf Kories, Heinz Schmidt-Walter: Taschenbuch der Elektrotechnik: Grundlagen und Elektronik. Harri Deutsch Verlag, 2008, ISBN 978-3-8171-1830-4, S. 364.