Eidgenössische Sternwarte



Die ehemalige Eidgenössische Sternwarte in Zürich wurde in den Jahren 1861–1864 von Gottfried Semper, dem ersten Architekturprofessor des neu gegründeten Eidgenössischen Polytechnikums (heute ETH Zürich), entworfen und erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 27. März 1862.
Die Eidgenössische Sternwarte ist das einzige im Lauf der Zeit kaum geschädigte Bauwerk Sempers aus dessen eigener Hand und gilt deshalb als Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Sie steht an der Schmelzbergstrasse 25 in der Nähe des ETH-Hauptgebäudes.
Geschichte
Erster Direktor der Sternwarte war Rudolf Wolf. Bereits auf dessen Initiative wurde an der Sternwarte die langjährige Beobachtung der Sonnenflecken aufgenommen. Später koordinierte die Sternwarte die Beobachtung der Sonnenflecken international und publizierte die Zurich sunspot number.
Die Sternwarte hatte im Verlaufe ihrer Geschichte vier Direktoren:
- Rudolf Wolf, Amtsdauer 1864–1893
- Alfred Wolfer, 1894–1926
- William Otto Brunner, 1926–1945
- Max Waldmeier, 1945–1979.
Die Sternwarte betrieb von 1939 bis 1980 auch das astrophysikalische Observatorium auf dem Tschuggen in Arosa (nicht zu verwechseln mit dem seit 1921 dort bestehenden lichtklimatischen Observatorium[1], das Ozon-Messungen vornimmt) und ab 1957 die heute noch aktive Specola Solare in Locarno-Monti.
Ab 1945 wurden die astronomischen Beobachtungsmöglichkeiten aufgrund des neu gebauten Kantonsspitals (heute: Universitätsspital Zürich) stark eingeschränkt. Der Betrieb der Sternwarte wurde am 1. April 1980 eingestellt.
Das Gebäude beherbergt heute das Collegium Helveticum, ein interdisziplinäres Forschungsinstitut an der ETH Zürich.
Siehe auch
Literatur
- Thomas K. Friedli, Martin Fröhlich, Adolf Muschg, Hanspeter Rebsamen, B. Schnitter: Sempers ehemalige Eidgenössische Sternwarte in Zürich. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 631/632, Serie 64). Schweizerische Gesellschaft für Kunstgeschichte SGK. Bern 1998, ISBN 3-85782-631-2.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Spitzenforschung auf dem Hausdach - Das versteckte Labor von Arosa in Neue Zürcher Zeitung vom 18. Januar 2016
Koordinaten: 47° 22′ 40,8″ N, 8° 33′ 2,3″ O; CH1903: 683978 / 248057
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