Lumparn

Überblick über den Lumparn

Der Lumparn (finnisch Lumpari) ist eine große, nahezu runde, landfreie Fläche in dem Archipel der Åland-Inseln, einer weitgehend autonomen Provinz in Finnland. Sie wird umschlossen von vier Gemeinden, die den See begrenzen: Im Osten ist dies die Gemeinde Lumparland, im Süden Lemland, im Westen Jomala und im Norden Sund, die alle vier zum sogenannten Fasta Åland (Festland) und nicht zu dem weiter östlich liegenden Schärengebiet gehören. Die Entfernung von Ufer zu Ufer beträgt etwa 10 Kilometer, die Wasserfläche etwa 80 km2. Das sich nach Osten hin öffnende Schärengebiet weist keine geschlossene Landverbindung rings um den Lumparn auf. Nur wenige, kleine Inseln liegen in der Bucht. Die tiefste Tiefe beträgt maximal 35 m und liegt in der Nähe der Ostküste. Die mittlere Tiefe beträgt ca. 20 Meter. Der Lumparn ist trotz seiner Größe und seiner kleinen Verbindung zur Ålandsee ein Teil des Meeres und darf daher geografisch weder als Binnenmeer noch als Binnensee bezeichnet werden.

Entstehung

Land-/ Wasser-Aufteilung von Åland

Die Entstehung des Lumparn wird auf einen Meteoroideneinschlag zurückgeführt, der zwischen 1,2 und 0,5 Giga-Jahren (Gya) gewesen sein dürfte, dabei entspricht ein Gya 109 Jahren.[1][2] In Finnland sind elf solcher Einschläge nachgewiesen worden. Typisch für außerirdische Einschläge sind petrologische und geophysikalische oder auch morphologische Merkmale. Die Größe der Durchmesser solcher Einschläge in Finnland variiert zwischen etwa 1,3 und 23 km, und ihr Alter von vermutlich Mesoproterozoikum (~ 1800 mya) bis zur späten Kreidezeit (~ 73 Mio Jahre vor unserer Zeitrechnung). Der Impakt Lumparn gehört mit etwa 9 km Durchmesser zur mittleren finnischen Größe.

Geologie

Seit 1989 wurde Lumparn geologisch genauer untersucht. In dem 1997 erschienen Abschlussbericht wurde Urgestein mit einem Alter von 1,59 bis 1,57 Gya nachgewiesen.

Am Nordufer der Bucht ist ein Teil der Landmasse von den eiszeitlichen Erosionen ausgespart gewesen und Kalkstein aus der Zeit des Ordovizium weist noch außerirdische Ablagerungen auf. Extramaritim ist dies nur bei günstigen Windverhältnissen und entsprechend niedrigem Wasserstand zu sehen. An anderen Stellen entlang des Ufers lassen sich diese Ablagerungen per Bohrung nachweisen. Diese Ablagerungen bestehen aus Quarz, mosaik-artig angeordneter Feldspat und andere geschmolzenden Fragmente.[2]

Nutzung

Der Lumparn ist heute ein beliebter und ertragreicher Fischgrund sowie ein attraktives Ziel für Wassersportler.

Weblinks

Einzelnachweise

Koordinaten: 60° 9′ N, 20° 6′ O

Die News der letzten Tage

25.09.2022
Kometen_und_Asteroiden | Sonnensysteme
Untersucht: Bodenproben des Asteroiden Ryugu
Ein internationales Forschungsteam hat Bodenproben untersucht, die die japanische Raumsonde Hayabusa-2 auf dem Asteroiden Ryugu einsammelte.
22.09.2022
Milchstraße | Schwarze Löcher
Eine heiße Gasblase, die um das schwarze Loch der Milchstraße schwirrt
Mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) haben Astronomen Anzeichen für einen „heißen Fleck“ entdeckt, der Sagittarius A*, das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie, umkreist.
22.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik | Teilchenphysik
Kernstück für einen skalierbaren Quantencomputer
Millionen von Quantenbits sind nötig, damit Quantencomputer sich in der Praxis als nützlich erweisen, die sogenannte Skalierbarkeit gilt als eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung.
22.09.2022
Optik | Quantenoptik
Zwischen Erfurt und Jena: Erstmals erfolgreich Quantenschlüssel via Glasfaser ausgetauscht
Das ist ein Meilenstein für die Erforschung der hochsicheren Quantenkommunikation in Thüringen und Deutschland.
22.09.2022
Festkörperphysik | Thermodynamik
Molekülschwingungen schärfer denn je messbar!
Mit Rastertunnelmikroskopen lassen sich zwar einzelne Moleküle abbilden, ihre Schwingungen waren damit bisher aber nur schwer detektierbar.
20.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik
Neue Quantenmaterialien am Computer entworfen
Eine neues Designprinzip kann nun die Eigenschaften von bisher kaum erforschbaren Quantenmaterialien vorhersagen.
19.09.2022
Sterne
Stern-Kindheit prägt stellare Entwicklung
In klassischen Modellen zur Sternentwicklung wurde bis heute der frühen Evolution der Sterne wenig Bedeutung zugemessen.