GEO-Mobile Radio Interface

GEO-Mobile Radio Interface (GMR) ist ein Standard für Satellitentelephonie vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI).

Es sind zwei parallel existierende Standards definiert, GMR-1 (ETSI TS 101 376) und GMR-2 (ETSI TS 101 377).

GMR-1

GMR-1 wird bei den Diensten der Betreiber Thuraya Telecommunications, SkyTerra Communications, TerreStar Networks und ICO Global Communications eingesetzt. Es lehnt sich stark an GSM an. Das Übertragungsprotokoll unterscheidet sich nur auf den untersten drei OSI-Schichten, für GmPRS nur auf den untersten zwei. Weitergehende, spezialisierte Merkmale sind Endgerät-zu-Endgerät-Anrufe und das sogenannte „High Penetration Alerting“ (HPA, etwa „Anrufsignalisierung mit hoher Durchdringung“). Die End-zu-End-Anrufe werden vom Satellit direkt an die Gegenstelle vermittelt, ohne über das Netzwerk und nochmals über den Satellit geleitet werden zu müssen. Das High Penetration Alerting erlaubt eine Benachrichtigung über einen eingehenden Anruf auch innerhalb geschlossener Räume, wohingegen die Gespräche nur im Freien geführt werden können. Als Audio-Codec wird AMBE verwendet. Zur Verschlüsselung dienen A5-GMR-1, ein eigener, wahrscheinlich von A5/2 abgeleiteter Algorithmus, und A5-GMR-2, die beide 2012 gebrochen wurden.[1] Das System integriert sich eng mit GPS. GMR-1 umfasst auch einen paketorientierten Dienst namens GmPRS (analog zu GPRS).

Das Projekt OsmocomGMR entwickelt einen freien Protokollstapel für GMR-1.[2]

Quellen

  • Sylvain Munaut: Introducing Osmo-GMR. Building a sniffer for the GMR satphones. In: 28c3. Berlin 29. Dezember 2011 (english, ccc.de).
  1. Benedikt Driessen: An analysis of the GMR-1 and GMR-2 standards. 8. Februar 2012, abgerufen am 8. Februar 2012.
  2. Projekt-Website von OsmocomGMR

Die News der letzten Tage

25.09.2022
Kometen_und_Asteroiden | Sonnensysteme
Untersucht: Bodenproben des Asteroiden Ryugu
Ein internationales Forschungsteam hat Bodenproben untersucht, die die japanische Raumsonde Hayabusa-2 auf dem Asteroiden Ryugu einsammelte.
22.09.2022
Milchstraße | Schwarze Löcher
Eine heiße Gasblase, die um das schwarze Loch der Milchstraße schwirrt
Mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) haben Astronomen Anzeichen für einen „heißen Fleck“ entdeckt, der Sagittarius A*, das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie, umkreist.
22.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik | Teilchenphysik
Kernstück für einen skalierbaren Quantencomputer
Millionen von Quantenbits sind nötig, damit Quantencomputer sich in der Praxis als nützlich erweisen, die sogenannte Skalierbarkeit gilt als eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung.
22.09.2022
Optik | Quantenoptik
Zwischen Erfurt und Jena: Erstmals erfolgreich Quantenschlüssel via Glasfaser ausgetauscht
Das ist ein Meilenstein für die Erforschung der hochsicheren Quantenkommunikation in Thüringen und Deutschland.
22.09.2022
Festkörperphysik | Thermodynamik
Molekülschwingungen schärfer denn je messbar!
Mit Rastertunnelmikroskopen lassen sich zwar einzelne Moleküle abbilden, ihre Schwingungen waren damit bisher aber nur schwer detektierbar.
20.09.2022
Festkörperphysik | Quantenphysik
Neue Quantenmaterialien am Computer entworfen
Eine neues Designprinzip kann nun die Eigenschaften von bisher kaum erforschbaren Quantenmaterialien vorhersagen.
19.09.2022
Sterne
Stern-Kindheit prägt stellare Entwicklung
In klassischen Modellen zur Sternentwicklung wurde bis heute der frühen Evolution der Sterne wenig Bedeutung zugemessen.